Kreditvergabe: Mittelstand kann kaum Nachhaltigkeitsdaten liefern
In Kreditgesprächen spielt Nachhaltigkeit eine wachsende Rolle. Die Mehrheit der Mittelständler ist darauf nicht vorbereitet, zeigt eine aktuelle Studie.
Banken und Sparkassen könnten bald verstärkt Nachhaltigkeitsindikatoren von mittelständischen Unternehmen einfordern. Darauf sind viele Unternehmen noch nicht vorbereitet, wie eine aktuelle KfW-Umfrage zeigt: Nur 48 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen sehen sich demnach in der Lage, mindestens einen Nachhaltigkeitsindikator zu benennen. 42 Prozent halten das Thema für nicht relevant.
„Die Ergebnisse zeigen, dass selbst die Bereitstellung klassischer Verbrauchsinformationen für viele Mittelständler eine Herausforderung ist“, sagt KfW -Mittelstandsexpertin Elisabeth Grewenig. So können nur 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen ihren Stromverbrauch und 26 Prozent ihren Wasserverbrauch angeben. Je kleiner die Unternehmen, desto eher hätten Betriebe Schwierigkeiten bei der Angabe solcher Daten.
Tatsächlich ein Thema war Nachhaltigkeit in Kreditverhandlungen im Jahr 2023 für 15 Prozent der befragten Mittelständler. Unter größeren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten lag der Anteil bei 34 Prozent. Unter Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten lag er hingegen bei 13 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe betrug der Anteil 20 Prozent, im Baugewerbe waren es 12 Prozent.
Entwarnung für Kleinstunternehmen bedeutet das allerdings nicht: „Banken und Sparkassen werden schon allein aus regulatorischen Gründen, aber auch aus Reputationssicht, künftig bei der Kreditvergabe stärker auf Nachhaltigkeitsindikatoren achten. Für mittelständische Unternehmen kann es daher vorteilhaft sein, sich mit diesem Thema zu befassen“, sagt KfW-Expertin Grewenig.
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