3 Tipps: So gelingt Optimismus auch in schwierigen Zeiten
Die Dauerkrise scheint kein Ende zu nehmen und jeden Tag kommt noch eine Schreckensnachricht hinzu. So schaffen Sie es, trotzdem zuversichtlich zu bleiben.
Auf einen Blick
Man mag schon gar nicht mehr aufs Handy schauen – spätestens seit der Corona-Krise reißen die schlechten Nachrichten scheinbar nicht mehr ab. Tägliche Meldungen über Kriege, erstarkenden Populismus oder die Gefahren der Klimakrise erzeugen bei vielen Menschen ein Ohnmachtsgefühl.
Große Krisen zu lösen, liegt nicht in der Hand eines Einzelnen. Und dennoch können wir etwas tun, um uns weniger hilflos zu fühlen, ist Therapeutin und Autorin Sabine Nunius überzeugt. In ihrem Buch „ Mut trotz Krise “ zeigt sie, wie drei Schritte und drei Stellschrauben helfen, wieder optimistischer in die Zukunft zu schauen.
Schritt 1: Orientierung – Ist es wirklich schlimmer als früher?
Wer sich mit Nachbarn oder Familie austauscht, bekommt schnell das Gefühl: Es läuft alles aus dem Ruder. Doch ist es wirklich schlimmer als früher?
„Krisen gab es natürlich schon immer und auch gejammert wurde immer“, stellt Nunius klar. Was sich aber verändert habe, sei die Schlagzahl, mit der uns schlechte Nachrichten aus aller Welt jederzeit erreichen. „Allein die Fülle der Nachrichten führt zu einem Gefühl der Überforderung “, sagt die Therapeutin.
Die Globalisierung hat zudem dazu geführt, dass ferne Krisen Auswirkungen auf unseren Alltag haben. Das Corona-Virus hat sich aus China in Windeseile verbreitet, ein verkeiltes Schiff im Suezkanal blockiert weltweite Lieferketten und wenn der amerikanische Präsident über Zölle spekuliert, spielt der Aktienmarkt auch in Deutschland verrückt.
Das Handwerk bleibt davon nicht unberührt. Politische Veränderung können Geschäftsmodelle ins Wanken bringen. Zudem werde oft über das Handwerk geschimpft – zu teuer, zu schlampig, keine Termine. „Das beeinflusst die Betroffenen mehr als es ihnen bewusst ist“, sagt die Therapeutin.
Wichtig sei es deshalb, sich die Mechanismen klar zu machen, mit denen Medien und Social Media oftmals arbeiten: „Schlechte Nachrichten bringen Aufmerksamkeit“, sagt Nunius. Ist ein Thema erst einmal als Klickbringer erkannt, wird es immer wieder in den Newsfeed gespielt oder von den Medien aufgegriffen. „So entsteht der Eindruck, alles wäre schlimmer als früher – dabei hat sich vor allem die Berichterstattung verändert“, erklärt die Therapeutin.
Schritt 2: Bestandsaufnahme – Wie geht es mir?
In einer allgemeinen Krisenstimmung ist es besonders wichtig, seine eigene Gesundheit und Stimmung im Blick zu behalten. „Sich gegen negative Nachrichten abzugrenzen, erfordert zusätzliche Stärke“, sagt Nunius.
Unternehmer seien aber schon durch ihren Alltag besonders gefordert. „Einen Handwerksbetrieb zu führen, ist kein Sprint, sondern ein Marathon, der Kraft kostet“, konstatiert die Therapeutin. Viele Selbstständige gingen an ihre Belastungsgrenzen – und darüber hinaus.
Gleichzeitig hätten Chefs im Handwerk viel zu oft das Gefühl, keine Zeit für Pausen zu haben, weil sonst die Arbeit leide. „Dabei ist der Erhalt der körperlichen und geistigen Gesundheit die Grundlage dafür, dass der Betrieb überhaupt läuft“, stellt Nunius klar. „Pausen und regelmäßige Erholung sind Teil des Business Case.“
Deshalb sollten Unternehmer ihr Befinden ernst nehmen und zumindest sich selbst ehrlich die Frage „Wie geht es mir?“ beantworten. Dabei können folgende Punkte hilfreich sein:
- Schlafe ich genug, um morgens erholt aufzustehen?
- Habe ich genug Power, um meinen Arbeitstag zu bewältigen oder fühle ich mich schnell erschöpft?
- Freue ich mich auf Aktivitäten oder sind mir schon Dinge zu viel, die mir früher Spaß gemacht haben?
- Kann ich mit plötzlich auftretenden Schwierigkeiten umgehen oder fahre ich wegen jeder Kleinigkeit aus der Haut?
Kommen dazu noch andere Stresssymptome, zum Beispiel Verspannungen, Zähneknirschen, Ohrgeräusche oder Magenprobleme, sollten Sie handeln.
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Schritt 3: Handlung – Drei Stellschrauben für mehr Zuversicht
Um für sich selbst und sein Wohlbefinden zu sorgen, braucht es ein bisschen Übung, sagt Nunius. „Es gibt keine Pauschallösung, die für alle passt und sofort funktioniert.“ Wichtig sei aber, überhaupt ins Handeln zu kommen, um sich aus dem Gefühl der Ohnmacht zu befreien.
Als erste Stellschraube sollten Sie Ihren Medienkonsum überprüfen und bewusst auswählen, was Sie wann lesen, hören oder sehen. „Schalten Sie Push-Nachrichten ab und schaffen Sie sich klar begrenzte Medienzeiten“, rät die Therapeutin. Das heißt auch: Besser Playlist abspielen als Radio hören und kein Social-Media-Check zwischendurch oder direkt vor dem Schlafengehen. „Suchen Sie sich stattdessen bewusst Gegenpole“, empfiehlt Nunius. Das kann ein gutes Buch sein, ein Kinobesuch (kein Problemfilm!) oder die Beschäftigung mit einem Hobby.
Die zweite Stellschraube ist ein wenig schwieriger zu drehen, denn es geht darum, die innere Haltung zu ändern und sich aus negativen Denkmustern zu befreien. „Es ist eine bewusste Entscheidung, Positives zuzulassen“, sagt die Therapeutin. „Machen Sie sich klar, dass Ihr Filter darüber bestimmt, wie Sie Dinge sehen wollen.“
Um Grübeleien und Negativ-Spiralen zu unterbrechen, können Sie die Stopp-Technik anwenden. „Sagen Sie innerlich laut ‚Stopp‘ zu sich selbst und fokussieren Sie sich dann auf ein positives Gegenbild“, erklärt Nunius. Dabei können Sie sich helfen, indem Sie zum Beispiel ein Bild aus einem schönen Urlaub so aufhängen, dass Sie es beim Gedankenstopp in den Blick nehmen können.
Eine andere Möglichkeit, ist die Tresor-Übung: Legen Sie mentalen Ballast in einen imaginären abschließbaren Ort. „Der Vorteil: Die Inhalte sind weder verdrängt noch unterdrückt, sondern sicher verstaut“, erklärt Nunius. „Wenn die Zeit gekommen ist, können Sie sie wieder hervorholen und sich damit beschäftigen.“
Die dritte Stellschraube ist Ihr Akku-Ladezustand. „Machen Sie regelmäßig echte Pausen – Ihre Energie ist Teil Ihres Geschäftsmodells“, betont die Therapeutin. Treffen Sie Menschen, die Ihnen gut tun, sorgen Sie für gute Stimmung im Betrieb und überlegen Sie sich, ob Sie einen eigenen Beitrag leisten können, um Dinge besser zu machen. Das kann eine Spende für ein gemeinnütziges Projekt sein oder auch eine Aktion in Ihrer Gemeinde, an der Sie sich als Betrieb beteiligen.
Und wenn gerade gar nichts hilft? „Dann erinnern Sie sich, welche Krisen Sie schon überstanden haben“, sagt Nunius. „Auch die aktuelle wird zu Ende gehen.“
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