3 Tipps: So schaffen Sie es aus der Meckerfalle
Überall wird scheinbar nur noch gejammert und geklagt. Auch wenn es Anlässe genug gibt, hilft Meckern nicht beim Problemlösen. So steuern Sie um.
Auf einen Blick
Die Stimmung ist mies und Deutschland geht den Bach runter. So könnte man das allgemeine Klagelied zusammenfassen, das überall zu hören ist, von der Talkshow bis zum Gespräch unter Kollegen. Doch hilft diese Jammerei wirklich weiter? Oder raubt sie nur Kräfte , die wir eigentlich für ganz andere Dinge brauchen?
Warum meckern wir so viel?
„Meckern und Jammern haben durchaus ihre Funktion“, sagt Christian Bremer , Gelassenheitscoach aus Berlin. „Wenn etwas nicht so ist, wie wir uns das vorgestellt haben, bauen Gehirn und Körper Spannung auf. Durch Meckern kann sich diese Spannung entladen.“
Dazu kommt eine soziale Funktion: „Meckern erzeugt ein Wir-Gefühl – wir können uns aussprechen und erleben Mitgefühl“, erklärt der Coach.
Wann wird Meckern zum Problem?
Trotz der befreienden Wirkung, kann das Jammern auch zu viel werden. „Irgendwann kippt die Situation: Wir finden aus dem Jammertal, in das wir uns begeben haben, gar nicht mehr raus“, beschreibt Bremer die Situation. Das koste Zeit, Energie, Lebensglück und nicht zuletzt auch Geld . „Wenn in einem Team drei Leute 15 Minuten meckern, hätten sie in dieser dreiviertel Stunde auch etwas Sinnvolles tun können.“
Doch Meckern allein ändert nichts an den Zuständen. „Man muss deswegen noch lange keine rosarote Brille aufsetzen, um die schlechte Weltlage und die realen Probleme auszublenden“, betont Bremer. „Ich appelliere nur: Statt 100 Prozent zu meckern, lieber die Jammerei auf 50 Prozent reduzieren und 50 Prozent der Zeit und Energie in die Frage stecken: Wie möchte ich handeln?“
So kommen Sie sich auf die Schliche: Sind Sie ein Dauer-Meckerer?
Oft merkt man es selbst nicht mehr, wie viel man jammert und klagt. Deshalb beobachten Sie sich selbst, wenn Sie meckern: „Wer sich im Mecker-Modus befindet, hat keinen Vorschlag, plant keinen nächsten Schritt und hat auch keinen Wunsch, was denn passieren soll“, beschreibt Bremer.
Er nennt diesen Zustand: „Ich stelle einen Antrag auf Ohnmächtigkeit.“ Denn man könne immer irgendetwas tun, um die Situation zu verbessern – tief im Jammertal seien diese Optionen aber nicht zu sehen.
Drei Techniken: So schaffen Sie es aus dem Mecker-Modus
1. Schluss jetzt: Formulieren Sie Ihren persönlichen Stopp-Satz
Sie merken, dass Sie in der Jammerschleife Dauerkreise drehen? Dann hilft ein persönlicher Stopp-Satz. „Das sollte ein kurzer, positiver Satz sein“, sagt Bremer. „Werten Sie sich nicht selbst ab, sondern beobachten Sie neutral: Oh, ich merke, ich rutsche gerade wieder ins Meckern.“ Ein solcher Satz helfe, die Gedanken zu unterbrechen.
2. „Ja, und …“: Finden Sie Ihre Handlungsspielräume
Die Weltpolitik spielt verrückt, der Klimawandel schreitet voran, die jungen Leute lernen nichts mehr in der Schule und schon wieder hat niemand die Spülmaschine eingeräumt – Probleme, die uns ärgern, gibt es genug. „Richtig ist, dass wir allein die Weltlage nicht ändern können“, gibt Bremer zu. „Aber Handlungsoptionen, um die aktuelle Situation für Sie zu verbessern, gibt es immer.“ Deshalb rät er zum „Ja, und …“.
Erkennen Sie das Problem als solches an und gestehen Sie sich Ihren Ärger zu. „Ja, ich stehe im Stau und auf der Baustelle ist niemand zu sehen.“ Doch dann sollten Sie einen Schritt weitergehen: Und deshalb rufe ich jetzt meine Mutter an, die sich darüber freut.
„Überlegen Sie sich: Was ist das Beste, was ich in dieser Situation tun kann?“, rät Bremer. „Meiner Erfahrung nach, kommen die Leute immer auf gute Ideen, wenn sie sich ein bisschen Zeit nehmen, um ihre Lebenserfahrung und ihren gesunden Menschenverstand zu aktivieren.“
3. Faktencheck: Ist es wirklich so schlimm?
„Jammern und Meckern funktionieren auf einer emotionalen Basis“, sagt der Gelassenheitscoach. „Um herauszufinden, stellen Sie sich die einfache Frage: Wie schlimm ist es wirklich?“
Das sei nicht immer leicht, räumt Bremer ein, denn der Gegner sitzt wie so oft bei uns in der Schaltzentrale: „Unser Gehirn will uns nicht glücklich machen, sondern uns beschützen“, erklärt Bremer. „Deshalb nehmen wir Probleme, die zur Gefahr werden können, deutlicher wahr als die guten Dinge, die uns ebenfalls passieren.“
Um den Fokus auf das Positive zu lenken, empfiehlt der Gelassenheitscoach die VGZ-Übung. Stellen Sie sich drei Fragen:
- V steht für Vergangenheit: Was ist mir in den letzten Tagen recht gut gelungen?
- G steht für Gegenwart: Wofür kann ich heute dankbar sein, was kann ich wertschätzen?
- Z steht für Zukunft: Worauf kann ich mich heute freuen?
„Diese Übung ist eine gute Gewohnheit für jeden Tag“, sagt Bremer. „Es gibt immer einen Anlass zu meckern, aber mit den VGZ-Fragen richten wir den Blick wieder auf das Positive.“
Er rät, diese Übung leicht abgewandelt auch bei Teambesprechungen zu machen. Fragen Sie in die Runde:
- Was hat gestern funktioniert?
- Was läuft gerade gut?
„Am Anfang werden sich alle ein bisschen seltsam fühlen, aber wenn Sie das durchziehen, verbessert sich die Stimmung“, versichert der Coach. „Denn auch bei ihren Mitarbeitenden prägt sich die eine Baustelle, die schlecht gelaufen ist, mehr ein, als die anderen drei, bei denen alles gut lief.“

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