3 Tipps: So grenzen Sie sich vom Stress der anderen ab
Der Druck, den andere verbreiten, lässt uns nicht kalt. So erkennen Sie, wie viel Ihnen fremder Stress ausmacht und wie Sie sich schützen können.
Auf einen Blick
Der Kunde sieht beim Termin drei Mal auf die Uhr und beim Baustellentermin macht der Kollege vom anderen Gewerk Druck – steigt da auch Ihr Puls? „Wenn andere Stress haben, lässt uns das nicht kalt“, sagt Mentaltrainerin Lea Halm von der Beratungsagentur „ Anti-Stress-Team “. Vielen Menschen sei aber gar nicht bewusst, wie sehr sich der Stress anderer negativ auf das eigene Wohlbefinden auswirken kann.
Die Ursache liegt wie so oft im Gehirn: „Wir haben die Tendenz, die Stimmung anderer aufzugreifen“, erklärt Halm. Empathie lautet das Stichwort. „Wie stark wir auf andere reagieren, ist unterschiedlich“, so Halm. Und so finden Sie heraus, wie stark fremder Stress Sie beeinflusst: „Nehmen Sie sich abends einen Moment Zeit und lassen den Tag Revue passiere“, erklärt die Mentaltrainerin. „Dann überlegen Sie: In welchen Momenten ging mein Puls hoch, wann wurde meine Zündschnur kürzer? So können Sie Ihre Stressoren entdecken.“
Stellt sich nun heraus, dass auch die angespannte Stimmung von Kunden , Mitarbeitenden oder Geschäftspartnern Sie unter Druck setzt, sollten Sie gegensteuern! Lea Halm hat drei wichtige Angriffspunkte.
Punkt 1: Grenzen Sie sich innerlich ab
Der Kunde hat Stress? „Das ist erstmal sein Problem“, betont Halm. „Nicht alles, was der andere sagt und tut, hat mit mir zu tun. Ich darf es beim anderen lassen.“ Mit dieser Grundeinstellung können Sie sich besser gegen fremden Stress abgrenzen. „Oft hilft ein einfaches inneres Mantra in kniffligen Situationen“, rät die Mentaltrainerin. „ Atmen Sie tief ein und aus und sagen sich Sätze wie: Ich bleibe ruhig, ich lasse mich nicht anstecken.“
Ebenfalls nützlich: ein inneres Bild. „Gerade wenn man vorab weiß, dass man es gleich mit einem gestressten Menschen zu tun hat, kann man sich so wappnen“, meint Halm: „Malen Sie sich aus, wie Sie von einem Regenschirm geschützt sind, an dem der Stress des anderen einfach abperlt.“
Punkt 2: Schaffen Sie räumliche oder zeitlich Distanz
Nicht immer reicht es, sich innerlich abzugrenzen. Dann dürfen Sie das auch äußerlich tun. „Geht es um ein Teammitglied , können Sie einen Moment das Büro oder die Werkstatt verlassen, um sich zu sammeln“, sagt Halm. „Als Chef sollten Sie allerdings die Situation nicht einfach stehen lassen, sondern ruhig ansprechen: ,Ich sehe, dass Du gestresst bist. Was würde Dir helfen? Wo liegt das Problem?‘“
Gegenüber Kunden dürfen Sie Grenzen setzen: „Wer eine Dienstleistung anbietet, ist kein Leibeigener, der den Launen der anderen ausgeliefert ist“, betont Halm. Ist also der andere gestresst, könnten Sie sagen: „Ich sehe, Sie sind extrem im Zeitdruck. Dann lassen Sie uns das Gespräch vertagen , damit wir in Ruhe eine Lösung finden können.“
Ist der Kunde wütend und für Argumente kaum erreichbar, denken Sie an Ihr Mantra: „Ich bleibe ruhig, ich lasse mich nicht anstecken“. Die Stressmentorin rät in solchen Fällen, die Situation auf freundliche Weise zu beenden. Zum Beispiel so: „Ich verstehe, dass Sie unzufrieden sind und wir werden das Problem klären. Aber das geht nicht sofort. Ich kümmere mich und melde mich bei Ihnen.“
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Punkt 3: Klären Sie Ihr Stress-Grundrauschen
Laut Halm hat jeder von uns eine Art „Stress-Grundrauschen“. Um rauszufinden, wie stark es ist, helfe ein Bild: Stellen Sie sich ein Fass vor, das mit Ihrem Stress gefüllt ist. „Bei manchen Menschen ist es recht leer, sie bringt wenig aus der Ruhe. Bei anderen ist das Fass so voll, dass schon eine Kleinigkeit es zum Überlaufen bringt.“
Gehört Ihr Fass regelmäßig zu den vollen, sollten Sie eine Ablaufmöglichkeit, also einen Ausgleich, schaffen. Denn: „Ein gestresstes Hirn denkt unlogisch. Schlimmstenfalls treffen Sie Entscheidungen, die Sie später bereuen“, warnt die Stressmentorin.
Was Sie zum Ausgleich tun können, ist zweitrangig: „ Sport , Aufenthalt in der Natur, Treffen mit Freunden – Hauptsache, es tut Ihnen gut“, betont Halm. Wichtig sei es, regelmäßig Pausen einzuplanen. „Pausen werden oft mit Faulenzerei geleichgesetzt“, kritisiert sie. „Sie sind aber Teil des Arbeitsprozesses.“
Gerade Unternehmern, die starke innere Antreiber haben, fällt es oft schwer, abzuschalten und loszulassen. „Dabei leisten selbstständige Handwerker besonders viel und dürfen deshalb mit gutem Gewissen für sich und ihre Bedürfnisse einstehen“, sagt Halm.
Das gelte auch im Umgang mit sich selbst: „Gelassenheit ist wie ein Muskel, den man trainieren muss“, erklärt die Mentaltrainerin. Deshalb: Sind Sie mit einer stressigen Situation nicht so umgegangen, wie Sie es sich vorgenommen haben, seien Sie nicht zu streng mit sich . „Überlegen Sie, was Sie einem Freund in so einer Situation sagen würden – und sagen es dann zu sich selbst.“
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