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4-Tage-Woche: Größter Pluspunkt ist die Mitarbeiterbindung

Was erwarten Betriebe von einer 4-Tage-Woche? Welche positiven Effekte hat sie und was sind die größten Bedenken? In kleineren Betrieben überwiegt vor allem ein Vorteil.

2 Min.31.07.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 20.02.2026, 15:20 Uhr)
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Vor allem kleinere Unternehmen nutzen das Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche.
Vor allem kleinere Unternehmen nutzen das Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche. magele-picture - stock.adobe.com
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In kleineren Unternehmen ist die 4-Tage-Woche häufiger gelebte Praxis als in großen. Das ergibt eine Umfrage* des ifo Instituts unter knapp 630 Personalleitern deutschlandweit.

In Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten kommt das Arbeitszeitmodell schon bei 14 Prozent zum Einsatz, unter allen Befragten sind es 11 Prozent der Unternehmen, die in einer 4-Tage-Woche arbeiten. Etwa die Hälfte der Betriebe, die die 4-Tage-Woche anbieten, würde dafür Stunden und Gehälter reduzieren. 39 Prozent teilten eine Vollzeitstelle auf 4 Tage auf und ungefähr ein Zehntel der Unternehmen reduziere die Arbeitszeit bei gleichem Gehalt.

Vorteile durch Mitarbeiterbindung

Auf die Frage, welche positiven Effekte Betriebe von der 4-Tage-Woche erwarten, gaben 35 Prozent eine höhere Mitarbeiterbindung an. 32 Prozent erwarteten eine höhere Motivation der Mitarbeitenden. Weniger Fehltage und mehr Bewerber erhofften sich je 26 Prozent der Befragten Personalleiter. Keine positiven Effekte hingegen erwarteten 37 Prozent.

Bedenken aufgrund von Personalaufwand

Die Befragten hatten auch Bedenken gegenüber der 4-Tage-Woche: Knapp zwei Drittel vermuteten, dass sie mit höherem Personalaufwand einhergeht. 52 Prozent der Befragten erwarteten mehr Organisationsaufwand, 40 Prozent einen gesamtwirtschaftlichen Wohlstandsverlust und 37 Prozent der Personalleiter befürchteten einen sinkenden Output der Belegschaft.

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Hat die 4-Tage-Woche Einfluss auf den Fachkräftemangel?

Für knapp ein Drittel der Befragten spricht laut der Umfrage die Problematik des Arbeits- und Fachkräftemangels gegen eine Einführung der 4-Tage-Woche, für 42 Prozent spiele das Modell für den Fachkräftemangel keine Rolle. Dagegen würden 16 Prozent der Unternehmen aufgrund der Problematik eher dieses Arbeitszeitmodell einführen.

Würde die 4-Tage-Woche Einfluss auf den Fachkräftemangel haben? Zwei Drittel der Befragten befürchteten, dem Fachkräftemangel nach Einführung des Modells noch mehr ausgeliefert zu sein. Für 23 Prozent würden hingegen positive Aspekte wie die Attraktivität für Bewerber überwiegen. Keine Auswirkungen erwarteten 16 Prozent der Umfrageteilnehmer. Insgesamt rechnen kleine Betriebe weniger oft mit Auswirkungen der 4-Tage-Woche auf den Fachkräftemangel als größere.

*Die Teilnehmenden an der Umfrage teilen sich in folgende Branchen auf: 42 Prozent arbeiten im Verarbeitenden Gewerbe, 23 Prozent im Handel und 35 Prozent im Dienstleistungssektor. Insgesamt waren 44 Prozent der Befragten Personalleiter in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden tätig. Die Umfrage wurde im Auftrag der Randstad Personaldienstleistung durchgeführt.

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Martina Jahn
Martina Jahn

Autor für IT und Gewerke

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