Chatpdf: Diese KI fasst Texte zusammen
Sie haben eine lange PDF-Datei und würden gerne wissen, was drin steht? Diese KI können Sie fragen. Aber wie gut sind die Ergebnisse des Tools?
Auf einen Blick
Seitenweise Text – aber lohnt sich die Lektüre überhaupt und finden sich im Text die benötigten Informationen? Bislang gab es nur einen Weg, das halbwegs effizient herauszufinden: Den Text durchblättern, die Seiten querlesen und dann eine Bauchentscheidung treffen. Doch dank künstlicher Intelligenz (KI) geht das jetzt erheblich leichter. Das Tool Chatpdf ermöglicht es Nutzern mit einem PDF-Dokument „zu sprechen“ – so als ob die Datei ein Mensch wäre, der Fragen zu einem Text beantwortet.
Anleitung für die Chatpdf-Nutzung
So funktioniert die KI:
Um die KI zu testen, haben wir Chatpdf zwei Aufgaben gegeben. Wie gut schneidet sie ab?
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Aufgabe 1: eine 51-seitige Studie
Als erstes haben wir Chatpdf eine Studie lesen lassen. „E-Mail-Marketing-Benchmark 2023“ heißt sie und ist insgesamt 51 Seiten lang.
Das Ergebnis: Das Tool schreibt innerhalb von wenigen Sekunden eine kurze Zusammenfassung. Zudem schlägt uns die KI drei Fragen vor, auf die der Text eine Antwort liefern könnte. Darunter erscheint dann ein Eingabefeld: „Ask any question“ steht dort – zu deutsch: „Stellen Sie eine Frage“. Wir kommen der Aufforderung nach und stellen dem Tool einige Fragen zum Text, die prompt beantwortet werden.
Wir selbst haben die Studie auch gelesen und würden die Ergebnisse etwas anders deuten. Unser Tipp für den Mailingversand wäre donnerstags zwischen 3 und 6 Uhr. Nutzer von Chatpdf können die Ergebnisse der KI auch ganz einfach selbst überprüfen: Bei jeder Antwort gibt das Tool eine oder mehrere Seitenzahlen an, auf denen die Informationen im Text zu finden sind.
Aufgabe 2: ein Gerichtsurteil
Die nächste Aufgabe für die KI ist ein Urteil vom Oberlandesgericht Hamm. Das Ergebnis: Auch hier schreibt Chatpdf in wenigen Sekunden eine Zusammenfassung. So erfahren wir, wer den Gerichtsprozess gewonnen hat: die Beklagte. Worum es in dem Fall ging, verrät uns das Tool aber nicht.
Stattdessen erfahren wir, welche drei Fragen der Text beantworten könnte. Zum Beispiel: Was war der Grund für die Klage? Genau das tippen wir in den Chat ein. Das Ergebnis: „Der genaue Grund für die Klage wird in den vorliegenden Texten nicht explizit genannt.“ Auch nachhaken hilft nicht, die KI kennt die Antwort nicht. Immerhin verrät sie, dass es im Streitfall um eine Rückzahlungsforderung ging – die Beklagte sollte einen Kaufpreis von insgesamt 31.000 Euro zurückzahlen.
Unser Fazit: Chatpdf hat bei diesem Text erhebliche Startschwierigkeiten und kann grundlegende Fragen nicht beantworten. Außerdem erkennt die KI das eigentlich Spektakuläre an diesem Fall nicht – anders als wir. Es geht um eine Schwarzgeldzahlung – das Sportstudio wurde schwarz verkauft, dann forderte der Käufer sein Geld zurück. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag „ Ey Richter, hol mir mein Schwarzgeld zurück! “. Zugute halten kann man dem Tool, dass es beim erneuten Nachfragen zumindest einige richtige Antworten gibt.
Mögliche Textlänge, Zahl der Fragen und die Kosten
Chatpdf gibt es in einer kostenfreien Version, die wir auch für unseren Test verwendet haben. Allerdings ist der Funktionsumfang dieser Version begrenzt:
- Kostenfrei liest die KI Texte mit bis zu 120 Seiten.
- Außerdem darf die Datei maximal 10 MB groß sein.
- Weitere Beschränkung: Pro Tag liest das Tool bis zu 3 PDFs und beantwortet bis zu 50 Fragen.
Wer die KI zu längeren Texten befragen möchte, benötigt eine kostenpflichtige Version. Laut den Anbietern von Chatpdf kostet sie 5 Dollar.
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