Bitkom-Umfrage

Trotz EU-Vorgabe: 70 Prozent ohne KI-Schulung

Betriebe, die Künstliche Intelligenz einsetzen, müssen laut einer EU-Richtlinie, Schulungen für die Mitarbeitenden anbieten – sinnvoll sind sie aber auch unabhängig von einer Pflicht.

2 Min.11.07.2025, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 24.02.2026, 14:37 Uhr)
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Wer KI im Betrieb einsetzt, muss seine Mitarbeitenden laut dem European AI Act schulen.
Wer KI im Betrieb einsetzt, muss seine Mitarbeitenden laut dem European AI Act schulen. FAMILY STOCK- - stock.adobe.com
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Künstliche Intelligenz (KI) ist im Arbeitsalltag ein nützliches Werkzeug: Sie kann zum Beispiel beim Formulieren von E-Mails, bei der Erstellung von Social Media-Posts oder beim Anfertigen von Baustellenprotokollen helfen. 20 Prozent der Berufstätigen wurde deshalb von ihrem Arbeitgeber bereits im KI-Einsatz geschult. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung vom Digitalverband Bitkom , bei der 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland mitgemacht haben. Die große Mehrheit der Beschäftigten (70 Prozent) habe allerdings noch keine KI-Fortbildung vom Arbeitgeber angeboten bekommen. Bei weiteren 6 Prozent gebe es zwar entsprechende Fortbildungen, allerdings haben die Befragten diese bislang noch nicht wahrgenommen.

„KI macht viele Tätigkeiten im Beruf einfacher und effizienter – und die Nutzung kann zudem noch Spaß machen“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „Wichtig ist, dass man die Tools richtig bedienen kann und auch über die Möglichkeiten und Grenzen der Technologie sowie über Datenschutz und Datensicherheit Bescheid weiß.“

Der Digitalverband verweist in diesem Zusammenhang auf den die europäische KI-Verordnung – den sogenannten European AI Act . Diese schreibe vor, dass alle Unternehmen, die KI einsetzen, sicherstellen müssen, dass die beteiligten Personen über ein „ausreichendes Maß an KI-Kompetenz“ verfügen. Dazu gehören neben den eigenen Beschäftigten unter anderem auch Freelancer, Zeitarbeiter oder Dienstleister. Diese Vorgabe gilt seit Februar 2025, die konkrete Umsetzung in der Praxis wirft allerdings noch viele Fragen auf. Auch Unternehmen, die aktuell noch keine KI einsetzen, sollten laut Bitkom-Präsident Wintergerst überlegen, ob sie sie für ihre Mitarbeitenden anbieten: „Denn viele nutzen zum Beispiel private KI-Apps auch für berufliche Zwecke.“  

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Der Digitalverband Bitkom hat bei Befragung auch ermittelt, wie sich die Arbeitswelt nach Einschätzung der Erwerbstätigen durch KI verändern wird. Demnach glauben 14 Prozent, dass eine KI sie in ihrem Job komplett ergänzen könnte. Und ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass ihre Vorgesetzten durch eine KI ersetzt werden könnte. Dazu sagt der Bitkom-Präsident Wintergerst: „Angesichts der demografischen Entwicklung und des bereits bestehenden Fachkräftemangels bietet KI gerade für die deutsche Volkswirtschaft eine Chance, den sich verschärfenden Mangel an Arbeitskräften zu mildern.“

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