Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche: Unternehmen ziehen Zwischenfazit
Aktuell testen 45 deutsche Unternehmen die 4-Tage-Woche im Rahmen einer Studie. Ein erster Bericht zeigt, was gut läuft und welche Herausforderungen es gibt.
Seit Anfang Februar 2024 läuft in Deutschland eine Pilotstudie zur Vier-Tage-Woche . 45 Unternehmen verschiedener Größe und Branchen testen seither das Arbeitszeitmodell – darunter sind auch vier Betriebe aus dem Handwerk.
Jetzt haben die Initiatoren des Projekts rund um die Agentur Interprenör einen ersten Zwischenbericht vorgelegt. Der zeigt, dass die Umstellung auf die 4-Tage-Woche kein Selbstläufer ist und dass das Arbeitszeitmodell für Unternehmen verschiedene Herausforderungen birgt. Die Studienteilnehmer spüren laut dem Bericht aber auch erste Vorteile durch die Umstellung.
Leistung, Arbeitszeit und Bezahlung: Eckdaten des Pilotprojekts
Bei dem Pilotprojekt geht es um die Einführung und Umsetzung einer 4-Tage-Woche mit reduzierter Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt und gleichbleibender Produktivität ( wir berichteten ). Laut Zwischenbericht verkürzten die deutschen Unternehmen die Arbeitszeit allerdings konservativer als beim klassischen 100-80-100-Modell – das steht für 100 Prozent Leistung in 80 Prozent der Zeit bei 100 Prozent Bezahlung.
Die Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen (48 Prozent) entschied sich, die Arbeitszeit um maximal 10 Prozent zu reduzieren. Weitere 38 Prozent verkürzte sie um genau 20 Prozent. Die übrigen 15 Prozent wählten ein Mittelding – also eine Arbeitszeitverkürzung zwischen 11 und 19 Prozent.
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Welche Herausforderungen gibt es bei der Einführung?
Die Einführung der 4-Tage-Arbeitswoche stellt für Unternehmen ein „umfangreiches Change-Projekt dar und ist keineswegs ein Selbstläufer“, schreiben die Autoren des Berichts. Sie weisen darauf hin, dass die Teilnehmer des Pilotprojekts verschiedene Herausforderungen zu meistern hatten.
Dazu zählt zum Beispiel die Planung der Arbeitsanpassung: Die Unternehmen hätten oftmals unterschätzt, dass es für eine „erfolgreiche 4-Tage-Woche“ notwendig sei, Arbeitsweisen und Prozesse umzustellen. Zum Teil hätten die Teilnehmer deshalb mehr Zeit benötigt, um auf das neue Arbeitszeitmodell umzustellen. Zu sehen sei das an den tatsächlichen Startzeitpunkten: 52 Prozent der Projektteilnehmer stellte im Februar 2024 um. Andere starteten erst im März (18 Prozent), April (5 Prozent), Mai (7 Prozent) oder Juni (5 Prozent) mit der 4-Tage-Woche.
Die Anpassungen während der täglichen Arbeitszeit vorzunehmen, habe sich ebenfalls als Herausforderung für die Projektteilnehmer erwiesen. Schließlich sollten sie zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen:
Welche positiven Effekte hat das Arbeitszeitmodell?
Trotz der Herausforderungen berichteten die Teilnehmer des Pilotprojekts auch von positiven Effekten der Umstellung. Der Zwischenbericht enthält drei Beispiele:
- Recruiting: Teilnehmende berichteten von erhöhten Bewerberzahlen bei gleichbleibender Qualität der Bewerbungen.
- Partizipation von Mitarbeitenden: Einige Unternehmer machten die Erfahrung, dass die Mitarbeitenden Anpassungen im Arbeitsalltag vorschlagen, um die Arbeit effizienter zu gestalten.
- Kreativität und Innovation: Die vermehrte freie Zeit führte bei manchen Teilnehmern dazu, Themen kreativer zu durchdenken und damit Arbeitsweisen zu verbessern.
Ende des Pilotprojekts: Was steht 2024 noch an?
Das Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche in Deutschland ist noch nicht ganz abgeschlossen: Das liegt vor allem daran, dass nicht alle Unternehmen im Februar 2024 mit dem sechsmonatigen Test angefangen haben und somit noch keine vollständigen Daten vorliegen. Einen ausführlichen Bericht der Ergebnisse soll es nun im vierten Quartal 2024 geben.
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