Kurzinterviews

Serie: Gut gemacht! Handwerker verraten ihre Erfolgsrezepte

Viele Wege führen zum Erfolg. Aber welche? In der Fortsetzung der Kurzinterview-Reihe erzählen Selbstständige, was ihren Betrieb ausmacht. Teil 22: Zeitgleich drei Herausforderungen stemmen.

13 Min.15.01.2026, 01:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 14:27 Uhr)
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Bäckermeisterin Sabrina Ahaus verbindet bei ihrer Arbeit Tradition mit modernen Ansätzen und setzt dafür auf stete Weiterbildung.
Bäckermeisterin Sabrina Ahaus verbindet bei ihrer Arbeit Tradition mit modernen Ansätzen und setzt dafür auf stete Weiterbildung. Privat
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  • In der Interview-Serie "Gut gemacht!" berichten Handwerker, welche Entscheidungen sie zu erfolgreichen Unternehmern gemacht haben – die Lesedauer beträgt maximal 60 Sekunden.
  • Die Selbstständigen erzählen, welche Entscheidungen für sie spielentscheidend waren, worin sie ihre Alleinstellungsmerkmale sehen und was sie künftig noch erreichen wollen.

Teil 22: Zeitgleich drei Herausforderungen stemmen

In der emsländischen Backstube von Sabrina Ahaus in Hüve wird bereits in vierter Generation mit viel Leidenschaft Vollkornbrot gebacken. Trotz großer Veränderungen, wie zum Beispiel stark gestiegener Rohstoff- und Energiekosten, führt sie die Vollkornbäckerei Ahaus mit viel Engagement. Dafür setzt sie nicht nur auf motivierte Mitarbeiter, sondern bildet sich auch selber stets weiter.

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmerin?

Die wichtigste Entscheidung als Unternehmer war für mich, die Tradition unseres Familienunternehmens in vierter Generation fortzuführen und gleichzeitig meine eigene Philosophie einzubringen: Tradition mit modernen Ansätzen zu verbinden und neue Märkte zu erschließen.

2.  Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben?

Wir bieten unseren Kunden etwas, das kaum ein Mitbewerber leisten kann: Roggenvollkornbrot als echtes Nischenprodukt, hergestellt ohne Hefe oder Zusatzstoffe und mit besonders langer Teigführung für intensives Aroma und lange Frische. So schaffen wir ein ehrliches, vollwertiges Geschmackserlebnis. Unser Ziel ist es, diese Qualität zu sichern und neue Märkte zu erschließen, um noch mehr Menschen für naturbelassenes Vollkornbrot zu begeistern.

3. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?

Meine härteste Bewährungsprobe war, die Bäckerei in vierter Generation durch große Veränderungen zu führen – insbesondere angesichts stark steigender Rohstoff- und Energiekosten sowie des Fachkräftemangels , da viele erfahrene Mitarbeiter in Rente gingen.

4. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig?

Für mich persönlich achte ich auf Ausgleich und kontinuierliche Weiterbildung . So kann ich klare Entscheidungen treffen und neue Ideen erfolgreich umsetzen.

Für den Betrieb: Wir kombinieren traditionelle Handwerkskunst mit optimierten Abläufen. Durch langfristig geplante Teigführung, klare Prozessstrukturen und die stetige Weiterentwicklung unserer Rezepturen sichern wir gleichbleibend hohe Qualität. Außerdem legen wir Wert auf motivierte, gut geschulte Mitarbeiter, die unsere Werte teilen und den Betrieb mittragen. So bleiben wir effizient, innovativ und belastbar – auch in herausfordernden Zeiten.

Teil 21: Vorausschauend handeln und Vertrauen schaffen

Christian Poggensee

Christian Poggensee ist Tischlermeister und Geschäftsführer der Tischlerei Stelter in Eyendorf. Als Obermeister der Tischlerinnung Harburg setzt Poggensee auf einen ehrlichen Umgang mit Kunden, Partnern und Mitarbeitenden.

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer?

Die Neuausrichtung Anfang der 2000er: Damals waren uns zwei große Kunden weggebrochen und der Markt für Holzfenster war im Wandel. Wir haben uns deshalb auf das Objektgeschäft spezialisiert, in den flexiblen Maschinenpark investiert und neue Kundengruppen erschlossen. Das war risikoreich – aber entscheidend für unsere Zukunft.

2. Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben?

Individuelle, fachlich fundierte Beratung und ein Team, das Verantwortung übernimmt. Ich mache meist die Erstakquise, anschließend betreuen unsere Meister „ihre“ Kunden eigenständig bis zur Montage. Das schafft Nähe und Vertrauen. Unsere Kunden schätzen das familiäre Miteinander und freuen sich, wenn unser Team wiederkommt. Viele Aufträge kommen über Empfehlungen – das ist für uns das schönste Feedback.

3. Welches Ziel wollen Sie noch erreichen?

Die Tischlerei langfristig zukunftssicher aufstellen und den Betrieb in den nächsten Jahren in gute Hände übergeben. Kommendes Jahr feiern wir 150 Jahre. Unsere Beständigkeit ist etwas, das uns auszeichnet: Viele Kolleginnen und Kollegen, mich eingeschlossen, sind seit Jahrzehnten im Betrieb – und auch mit unseren Lieferanten verbindet uns eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Werte wie Ehrlichkeit und Verlässlichkeit geben wir bewusst an die nächste Generation weiter.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?

Unser Auslandsprojekt in Russland: 2009 haben wir dort Fenster- und Innenausbau umgesetzt. Das war spannend, aber logistisch und organisatorisch auch herausfordernd, da es damals Neuland für uns war. Wir haben viel gelernt und die Erfahrung bringt uns heute weiter.

5. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig?

Bewegung, bewusste Ernährung und gute Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeitenden haben unter anderem mit einem Krankenkassen-Berater Gespräche über gesunde Routinen geführt. Außerdem nutzen wir ergonomische Hilfsmittel wie Hebezeuge und Vakuumlifter, um das Team bestmöglich bei der Arbeit zu entlasten.

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„Es gibt für jede Kunden-Anfrage eine Lösung“, ist Anna Stevens von der Tischlerei Stevens überzeugt.

Teil 20: Wertschätzung als Schlüssel zum Erfolg

In der Tischlerei Stevens im emsländischen Rhede steht Zufriedenheit bei Kunden und Mitarbeitenden ganz oben. Anna-Stevens leitet das Büro, ihr Mann Hans den gewerblichen Bereich. Mit Möbeln aus altem Holz, auch „Upcycling“ genannt, haben sie sich einen Namen gemacht.

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmen?

Wir haben uns seit unserer Selbstständigkeit einen Leitfaden erstellt. Darin steht, dass wir jeden Kunden zufriedenstellen sein und zuvorkommend und ehrlich behandeln wollen. Kunden erhalten von uns Wertschätzung . Zudem versuchen wir, jedes noch so kleine Anliegen in die Tat oder eben in Produkte umzusetzen.

2. Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben?

2008 haben wir ein Upcycling-Programm gestartet und haben seitdem viele tolle Produkte aus nachhaltigen Materialien erstellt. Uns ist es wichtig, schonend mit Ressourcen umzugehen. Auch im Denkmalschutz und der Restauration sind wir aktiv, das geht in die ähnliche Richtung: Wir helfen mit, Altes noch lange zu erhalten.

3. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmen noch erreichen?

Unser größtes Ziel ist es, jeden Tag zufriedene Gesichter zu sehen, wenn wir Produkte beim Kunden einbauen. Das hat in 28 Jahren bisher immer geklappt. Heute kommen sogar Kinder unserer Kunden und beauftragen uns.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?

Wir haben sowohl 2002 zum Start des Euros als auch 2008, als die „Abwrackprämie“ eingeführt wurde, Verunsicherung und eine große Kaufzurückhaltung der Kunden verspürt. Das hat uns wiederum angespornt, neue Wege zu gehen und neue Produkte zu entwickeln.

5. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig?

Bei uns trägt das Team unseren Namen nach außen – nicht nur der Chef oder die Chefin. Unsere Mitarbeitenden sollen zufrieden sein und das auch nach draußen tragen. Ein netter Umgang miteinander ist uns im Team sehr wichtig – das macht uns leistungsfähig.

Wolf Warncke hat schon früh auf E-Mobiltität gesetzt.

Teil 19: Auf dem Weg zur CO2-neutralen Mobilität

Wolf Warncke ist Geschäftsführer vom Autohaus Warncke . Er führt den Betrieb im niedersächsischen Tarmstedt gemeinsam mit seinem Bruder. Sie haben sich schon früh dazu entschieden, auf E-Mobilität zu setzen. Jetzt will Warncke an der Mobilitätswende mitarbeiten.

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer?

Dass wir uns 2014 dazu entschieden haben, auf E-Mobilität zu setzen. Deshalb haben wir damals auch angefangen, eine Ladeinfrastruktur für unseren Betrieb aufzubauen – darunter war auch eine Schnelladesäule. Schließlich war die relativ geringe Reichweite der E-Autos zu der Zeit ein großes Thema. Daher war uns klar, dass wir eine Möglichkeit schaffen müssen, dass die Fahrzeuge wieder schnell geladen werden können. 

2. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen?

Am liebsten CO2-neutrale Mobilität. Aber mir ist klar, dass es noch ein weiter Weg ist, bis es keine Verbrenner mehr gibt – vor allem bei den Gebrauchtwagen. Aber ich freue mich, dass ich durch meine Arbeit an der Mobilitätswende mitwirken kann. Bereits im Jahr 2021 waren 62 Prozent der Pkw-Neuwagen, die wir als Autohaus verkauft haben, E-Autos. Bei den Gebrauchtwagen ist bei uns aktuell jedes vierte verkaufte Fahrzeug ein Stromer. Diese Quote möchten wir weiter ausbauen.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?

Definitiv der Abgasskandal 2015. Der Diesel ist damals in Verruf geraten und bei den Kunden hat das für große Verunsicherung gesorgt. Wir mussten deshalb viele Gespräche führen und zahlreiche Fragen beantworten.

5. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig?

Durch Ausdauersport. Früher bin ich viel gelaufen, heute fahre ich Fahrrad. Bewegung hilft mir, den Kopf frei zu bekommen. Außerdem kommen mir dabei immer die besten Ideen, wie wir unseren Betrieb weiter entwickeln können. Damit unser Betrieb leistungsfähig ist, brauche ich aber auch ein gutes Team mit Fachkräften. Für mich ist Ausbildung deshalb ein wichtiges Thema – der Schwerpunkt bei uns im Betrieb liegt inzwischen auf E-Mobilität und Hochvolt.

Teil 18: Teampower durch kompatible Produktionszeiten

Bäckermeister Lukas Kröhl setzt auf „ehrliches Brot ohne Industrie und Schnickschnack“.

Bäckermeister Lukas Kröhl führt die Klosterbäckerei im niedersächsischen Schöningen. Er setzt auf  eine professionelle Social-Media-Präsenz, Bio-Produkte und Regionalität. Seinem Team tut er nicht nur durch fehlende Nachtschichten Gutes.

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer?

Eine der wichtigsten Entscheidungen von Beginn an, war die Zusammenarbeit mit einer professionellen Social-Media-Agentur. Hierdurch konnten wir bereits vor der Eröffnung für potentielle Kunden eine emotionale Bindung zu unserem Handwerk herstellen und den gesamten Umbauprozess, sowie unsere Philosophie und die Sortimentsgestaltung bildlich festhalten. Bis heute stellt unsere Social-Media-Präsenz – vor allem bei Instagram – einen wichtigen Erfolgsfaktor für unser Unternehmen dar.

2. Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben?

Ehrliches Brot ohne Industrie und Schnickschnack. Unsere Produkte werden allesamt mit Langzeitteigen zubereitet. Jeder Teig erhält lange Ruhezeiten und wird schonend per Hand weiterverarbeitet - "Wir geben dem Brot die Zeit, die es braucht.“  Aufgrund möglicher Unverträglichkeiten bei der Verwendung von Weizenmehl produzieren wir als Handwerksbäckerei ausschließlich mit Dinkel-/Dinkelvollkorn- und Roggenmehl. Zudem setzen wir aus gesundheitlichen Aspekten und aus Gründen der Nachhaltigkeit auf 100 Prozent Bio-Rohstoffe. Außerdem produzieren wir jeden Monat ein ausgefallenes, limitiertes Aktionsbrot, welches einen zusätzlichen Anreiz für unsere Kunden bietet.

3. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen?

Wir wollen in Zukunft unseren guten Ruf und unsere starke, regionale Präsenz aufrechterhalten und weiter ausbauen. Ziel soll es sein, dass wir regional eine sichere Adresse für hochwertige, besondere Backwaren sind und bleiben.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?

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Die stressigste Zeit war die Gründungsphase, der Ausbau der Backstube, die Einhaltung der finanziellen Mittel und der Realisierung des Eröffnungstermins. Wie bei jedem größeren Bauprojekt gab es einige Schwierigkeiten und spontane Hindernisse, die den Umbau deutlich erschwert haben. So wurden beispielsweise unsere Fensterscheiben erst einen Tag vor Eröffnung geliefert und eingebaut.

5. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig?

Durch die Abschaffung der Nachtschichten und durch angenehme Produktionszeiten sorgen wir bei all unseren Mitarbeitern für ein kompatibles Sozialleben und ein geregeltes Familienleben. Wir haben hohe Qualitätsstandards und eine transparente Kommunikation unseren Kunden gegenüber. Jedes neue Produkt wird vollumfänglich präsentiert und beworben. Durch saisonale Produktänderungen sorgen wir nicht nur im Produktionsablauf für Abwechslung und frischen Wind.

Wir entwickeln uns ständig weiter und sorgen für ein angenehmes Arbeitsklima. Wir schaffen Arbeitsplätze und modernisieren sämtliche Betriebsabläufe. Zudem versuchen wir durch weitere Verkaufsstandorte noch präsenter für unsere Kunden zu sein.

Teil 17: Im Gespräch bleiben und Lösungen finden

Thorsten Heitmüller und seine Frau Kirsten. Sie sagen: „Nur miteinander ist das Handwerk stark.“

Elektromeister Thorsten Heitmüller ist seit 25 Jahren mit auf Baustellen unterwegs und findet mit Kunden Lösungen. Mit Kollegen, Verbänden und Lieferanten sucht er das Gespräch und will damit das Miteinander stärken.

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer?

Immer wieder selbstständig zu bleiben. Selbstbestimmtheit zu wertschätzen ist ein immerwährender Prozess.

2. Was bieten Sie Kunden, was Ihre Mitbewerber nicht haben?

Einen Elektromeister, der seit 25 Jahren immer draußen auf den Baustellen ist und damit permanent beim Kunden Lösungen schafft – von kleinen bis großen.

3. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen?

Meine eigene Gewerbeimmobilie individuell geplant und gebaut zu errichten – inklusive Lehrwerkstatt und Museum.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?

Der Kampf gegen unlauter spielende Mitbewerber in den ersten Jahren.

5. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig?

Indem wir immer im Gespräch bleiben – intern, aber eben auch auf Veranstaltungen, mit der Innung, der Handwerkskammer, dem Projekt FiF , wo meine Frau seit dem Start 2018 als Mentorin mitwirkt, unseren Großhändlern und Herstellern. Nur miteinander sind wir stark. Deshalb sprechen wir auch regelmäßig mit unseren Mitstreitern, Subunternehmern und mit Personaldienstleistern.

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Teil 16: Raus aus dem Familienunternehmen

Georg Mende

Selbstständigkeit statt Karriere im Familienbetrieb: Georg Mende geht beim Schornsteinabbruch seinen eigenen, innovativen Weg.

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer?

Die Investition in moderne Betriebsmittel, zum Beispiel einheitliche Arbeitskleidung, Betriebsfahrzeuge und der Bau eines selbst entworfenen Schornsteinkonsolgerüsts.

2. Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben?

Wir sind ein flexibles Junghandwerkerunternehmen mit den neuesten Erkenntnissen am Markt zu Neubau und Demontage von Industrieschornsteinen und turmartigen Bauwerken.

3. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen?

Ich möchte Mende Schornsteinservice gerne als Ausbildungsbetrieb am Markt etablieren. Mein Handwerk ist selten und es ist wichtig sicherzustellen, dass neue Fachkräfte ausgebildet werden.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?

Der Schritt vom Familienunternehmen in die eigene Selbständigkeit.

Teil 15: Tiny Houses als individuelle Eigenheime 

Jungunternehmer Christian Koopmann baut Tiny Houses nach individuellen Wünschen und nutzt vorwiegend ökologische Materialien. Seine größte Hürde auf dem Weg zum marktfähigen Produkt waren die Behörden. 

1.    Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? Die wichtigste Entscheidung bisher war, den Schritt einer eigenen Produktionshalle zu wagen. Die damit verbundenen Kosten sind gerade für mich als Jungunternehmer eine große Herausforderung .

2.      Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben? Mir ist es wichtig, dass jeder Kunde genau das bekommt was er möchte. Somit stellen wir ausschließlich individuelle Tiny Häuser her. Dabei spielt die Qualität natürlich eine große Rolle. Außerdem werden unsere kleinen Häuser überwiegend mit ökologischen Materialien hergestellt.

3.      Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Mein Ziel ist es zu wachsen. Weitere Mitarbeiter gewinnen und im Unternehmen integrieren. Wir werden weitere Nischen, wie den Sauna-Bau oder den Bau mobiler Büros, umsetzen.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? Am härtesten war der Kampf mit den Behörden (Gemeinden, Bauamt, TÜV/DEKRA, Architekten, Statiker…). Wie muss ich das Tiny House bauen, damit ich eine Genehmigung bekomme? Anfangs wusste niemand, was überhaupt ein Tiny House ist.

Teil 14: Designte Möbel, die besonders nachhaltig sind

Der Oldenburger Betrieb Claus + Claus hat sich auf die Fertigung von nachhaltigen Büromöbeln spezialisiert. Das Team um Geschäftsführer Florian Schön will Möbel fertigen, die kreislauffähig, schadstofffrei reparabel und leicht sind.

Florian Schön

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? Wir setzen auf Kreislaufwirtschaft. Das heißt, dass wir gerettete Rohstoffe in Produkte integrieren, die andere entsorgen würden.

2. Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben? Unsere Kunden können bei uns zum Beispiel ausrangierte Möbel oder Spanplatten abgeben. Wir designen und fertigen daraus dann für sie neue Möbelstücke.

3. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Ich möchte mit meinem Betrieb zu einer Transformation der Wirtschaft beitragen – hin zu einem ökologischen und sozialen Unternehmertum.

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? In einem Start-Up sind die personellen und finanziellen Ressourcen begrenzt. Daher muss ich oft viele Dinge gleichzeitig machen, das ist manchmal eine echte Herausforderung.

5. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig? Wir setzen im Betrieb auf die Methode der gewaltfreien Kommunikation. Wir nehmen uns Zeit, um miteinander zu reden und achten darauf, wie wir miteinander umgehen. Ziel dabei ist es, die menschlichen Beziehungen im Team zu stärken.

Teil 13: Visionen entwickeln – und gezielt umsetzen

Bei der Sonnensegel Manufaktur in Nordstemmen werden Visionen groß geschrieben. Tanja Hartmann und ihre Geschäftspartnerin Lydia Horst arbeiten an einer Solarfolie für Sonnensegel, die Strom erzeugen kann.

Tanja Hartmann

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmerin?  Verantwortung mit meiner Geschäftspartnerin zu teilen und uns nach unseren Stärken die verschiedenen Bereiche aufzuteilen.

2. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Wir wollen Visionen umsetzen: Ganz oben steht die Verbindung von einer Solarfolie mit dem Sonnensegelstoff, um damit Strom zu erzeugen. Und in Sachen Nachhaltigkeit haben wir uns vorgenommen, mehr auf Recycling zu setzen und ein Lastenrad anzuschaffen.

3. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? Körperliche Grenzen kennenzulernen und den Abstand zwischen Ruhe- und Belastungsphasen wirklich konsequent einzuhalten.

4. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig? Mit schnellem Handeln, der Zusammenarbeit mit ortsansässigen Gewerken, indem wir die Fixkosten im Blick behalten und versuchen, bodenständig zu bleiben.

Teil 12: Gründung in der Corona-Pandemie - ohne persönliche Kontakte

Tim Schlattmann ist Inhaber von Geo-Klimatechnik in Georgsmarienhütte. Der Unternehmer steckt noch in einer harten Bewährungsprobe – nämlich im ersten Gründungsjahr seines Betriebs in Zeiten der Corona-Pandemie. 

Tim Schlattmann

1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? Die Entscheidung zu gründen – und zwar trotz den erschwerten Bedingungen: Corona, Rohstoffknappheit, etc.

2. Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben? Das Thema Nachhaltigkeit steht für mich besonders im Vordergrund. Gerade beim Arbeiten mit neuesten Technologien wie zum Beispiel Wasser als Kältemittel oder beim Einbeziehen aktueller Förderprogramme , achte ich immer darauf, über den Tellerrand zu schauen und ganzheitliche Lösungen für den Bedarf der Kunden zu schaffen.

3. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Ich möchte mein Unternehmen als feste Größe in der Region etablieren, mit einer starken Basis wachsen und Arbeitsplätze schaffen. 

4. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? Ich denke, die Gründung inmitten einer Pandemie ist die härteste Bewährungsprobe: die fehlenden Möglichkeiten ein gutes Netzwerk aufzubauen und die eingeschränkten persönlichen Kontakte. Zudem gibt es viele Fehlinformationen, welche Maßnahmen bezüglich der Minimierung von Virenlasten in Innenräumen sinnvoll sind.

Die ersten 11 Teile dieser Serie finden Sie hier. Serie: Gut gemacht! Handwerker verraten ihre Erfolgsrezepte

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Martina Jahn
Martina Jahn

Autor für IT und Gewerke

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