Berufsbekleidung

Hoodie oder Zunfthose? Das tragen Azubis bei der Arbeit am liebsten

Zwei Auszubildende verraten, was sie bei der Arbeit auf dem Bau am liebsten tragen und ob sie andere Wünsche haben als ältere Kollegen.

3 Min.20.06.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 14:27 Uhr)
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Einheitlicher Auftritt: Bei Dammann Bedachungen erhalten alle Handwerker ab dem ersten Tag Arbeitskleidung – auch die Auszubildenden.
Einheitlicher Auftritt: Bei Dammann Bedachungen erhalten alle Handwerker ab dem ersten Tag Arbeitskleidung – auch die Auszubildenden. FotoKuhn
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Auf einen Blick

 David und Marc sind im ersten Lehrjahr. Ihre Arbeitskleidung haben sie schon vor Ausbildungsbeginn von ihrem Ausbildungsbetrieb erhalten.

Bei der Auswahl der Kleidungsstücken hatten die Azubis Wahlmöglichkeiten, die sie auch genutzt haben: Der eine trägt lieber T-Shirts, Pullover und Cappy. Der andere bevorzugt Poloshirts und Strickjacken.

Die beiden jungen Männer sagen, dass sie keine anderen Vorlieben haben, als die älteren Kollegen – es gibt nur eine Ausnahme.

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Drei Arbeitshosen, Westen und Pullover sowie fünf T-Shirts – diese Grundausstattung haben David Seitz (17) und Marc Lütty (21) schon vor ihrem ersten Arbeitstag bekommen. „Dadurch waren wir gleich als Teil des Teams zu erkennen und haben uns nicht wie Praktikanten gefühlt“, berichten die Azubis von Dammann Bedachungen in Neustadt am Rübenberg. Die beiden sind im ersten Lehrjahr: David will Zimmerer werden und Marc macht eine Ausbildung zum Dachdecker.

Für Chefin Petra Dammann ist es wichtig, dass auch die Azubis Firmenkleidung tragen: „Einheitliche Arbeitskleidung, die mit dem Firmenlogo versehen ist, ist einfach die beste Werbung für den Betrieb“, sagt sie. Deshalb investiert Dammann in Arbeitskleidung für das 35-köpfige Team. Doch trotz einheitlicher Firmenkleidung mit Logo tragen nicht im Team die gleichen Outfits. „Unsere Mitarbeitenden haben Wahlmöglichkeiten. Zum Beispiel können sie bei Hosen und T-Shirts zwischen verschiedenen Modellen wählen“, berichtet Dammann, die den Handwerksbetrieb zusammen mit ihrem Mann führt.

Unterschiedliche Präferenzen, unabhängig vom Alter

Marc trägt bei der Arbeit zum Beispiel gerne T-Shirts in einem hellen Grau. Doch wichtiger als Form und Farbe ist für den Azubis etwas anderes: „Gerade im Sommer muss das T-Shirts aus einem atmungsaktiven Material sein“, sagt er. Das bestätigt auch sein Kollege David, der bei der Arbeit lieber Polo-Shirts trägt. „Das sieht einfach ordentlicher aus als ein T-Shirt“, findet der Azubi. 

Unterschiedliche Vorlieben haben die beiden jungen Männer auch bei anderen Kleidungsstücken: Zum Beispiel trägt Marc an kälteren Tagen gerne Pullover. „Gerade im Winter ist es wichtig für die Gesundheit, das die Kleidung gut wärmt“, ist der 21-Jährige überzeugt. David hingegen sagt: „Ich gehöre definitiv zum Team Strickjacke.“ Das hat vor allem praktische Gründe: „Wenn mir bei der Arbeit warn wird, muss ich nicht gleich den ganzen Pullover ausziehen sondern kann den Reißverschluss etwas aufmachen“, berichtet er.

Und haben die beiden jungen Handwerker andere Vorlieben als die älteren Kollegen? „Eigentlich nicht, es gibt nur eine Ausnahme“, sagen David und Marc. „Bei uns im Team tragen die Älteren deutlich lieber Cordhosen.“ Die beiden Azubis hingegen bevorzugen moderne Arbeitshosen: „Die sind deutlich atmungsaktiver und angenehmer zu tragen“, erläutert Marc, der sich nur solche modernen Hosen ausgesucht hat. „Ich habe mir zumindest eine Cordhose bestellt, weil ich eine Ausbildung zum Zimmerer mache. Da gehört das irgendwie dazu“, findet David. Allerdings trage er die traditionelle Zunfthose im Sommer nicht, weil das einfach viel zu warm sei.

Warum Individualität trotz Firmenkleidung möglich ist

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Trotz der Arbeitskleidung, die alle Handwerker im Team gestellt bekommen, dürfen die Mitarbeitenden bei Dammann Bedachungen bei der Arbeit auch private Kleidung anziehen. „Ich will keinem etwas aufzwingen“, erläutert Petra Dammann. David trägt zum Beispiel gerne seine selbst gekaufte Strickjacke. Sein Kollege Marc hingegen ist auf der Baustelle häufig mit Cappy zu sehen.

Dem einheitlichen Erscheinungsbild schadet das nicht: „Mindestens ein Firmen-Kleidungsstück mit Logo tragen die Mitarbeitenden immer, sodass unser Team auf Baustellen immer gut zu erkennen ist“, berichtet die Chefin.

Trotzdem achtet sie darauf, welche privaten Kleidungsstücke die Handwerker bei der Arbeit tragen, um neue Trends aufzuspüren. „Eine Zeit lang waren mal Fleece-Jacken besonders beliebt, dann kamen Softshell-Jacken in Mode“, berichtet sie. Dammann versucht auf solche Trends zu reagieren. Sie könnte sich zum Beispiel vorstellen, den Mitarbeitenden auch Cappies mit Firmenlogo anzubieten: „Bevor wir neue Modelle anschaffen, holen wir uns immer Feedback vom Team ein“, sagt Dammann.

Gestellte Arbeitskleidung: Das sagen die Azubis

Durch den Austausch mit anderen Auszubilden in der Berufsschule wissen die Auszubildenden David und Marc, wie gut sie es in ihrem Ausbildungsbetrieb getroffen haben: „Andere Azubis bekommen gar keine Firmenkleidung gestellt oder nur die Kosten erstattet, wenn sie die Belege einreichen“, berichten sie.

Und noch etwas wissen die beiden zu schätzen: Bei Arbeitshosen und Westen setzt Dammann Bedachungen auf Mietwäsche. „Für uns bedeutet das, dass wir sie nicht selbst waschen müssen“, sagen die Azubis.

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