Strategie

Wärmepumpen: So schafft dieser Meister Vorurteile aus der Welt

Cehan San will über Wärmepumpen informieren, aufklären und Beispiele zeigen: Dabei geht es dem Handwerksunternehmer nicht ums Verkaufen. Er verfolgt auch andere Ziele.

3 Min.02.09.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 13:35 Uhr)
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Cehan San will das Bewusstsein schaffen, dass die Investition in Wärmepumpen eine langfristige ist, die der Umwelt zugutekommt.
Cehan San will das Bewusstsein schaffen, dass die Investition in Wärmepumpen eine langfristige ist, die der Umwelt zugutekommt. Privat
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Auf einen Blick

„Jeder Hausbesitzer muss eine Wärmepumpe haben“ – dieses Vorurteil hört Heizungsbaumeister Cehan San häufig.

Der Unternehmer will beim Thema Wärmepumpen informieren und aufklären. Dazu nutzt er sowohl Flyer, als auch seine Website und Social-Media-Kanäle des Oldenburger Betriebs.

Für die Beratung nimmt sich sein Team besonders viel Zeit: Manchmal vergehen vom ersten Gespräch bis zur Entscheidung, welche Heizung Kunden wirklich wollen,  bis zu acht Wochen.

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Können Betriebe mit dem Einbau von Wärmepumpen schnelles Geld machen? „Nein“, sagt Heizungsbaumeister Cehan San. Zumindest nicht in seinem Handwerksbetrieb in Oldenburg . San setzt auf intensive Beratung und Aufklärung seiner Kunden. Denn viele seien falsch oder wenig informiert und hätten massive Vorurteile gegenüber Wärmepumpen. „Teilweise dauert es sechs bis acht Wochen von der Anfrage bis zur Entscheidung, welche Heizung wir letztendlich einbauen“, betont er.

Vorurteile: Von „Muss man haben“ bis „Lohnt sich nicht“

Manch hartnäckiges Vorurteil hat der Handwerksmeister im Gespräch mit Kunden schon gehört. Die einen meinen man müsste auf jeden Fall eine Wärmepumpe haben, da der Gesetzgeber das verlange. Andere Hausbesitzer seien der Meinung, dass eine Wärmepumpe weit mehr Energie verbrauche als eine herkömmliche Gasheizung und viel teurer sei.

Wie begegnet Cehan San solchen Argumenten? „Vor allem, indem ich genau zuhöre, was sie bewegt oder beunruhigt.“ Er wolle erreichen, dass seine Kunden und andere Hausbesitzer erfahren, das Heizen mit einer Wärmepumpe nicht teurer sein muss und man damit häufig etwas für die Umwelt tun könne. „Dafür möchte ich das Bewusstsein schaffen“, sagt San. Er verstehe auch die Ängste und Sorgen, dass es teurer werden kann. Zugleich versuche er aufzuzeigen, dass eine Wärmepumpe vor allem eine Investition ist, die sich langfristig lohnt.

Aufklärung und Beratung schaffen Vertrauen

Neben persönlichen Kontakten nutzt der Unternehmer aus Oldenburg zum einen Werbeflyer im Stadtgebiet, um Vorteile und Kosten transparent zu machen – und zur Beratung einzuladen. Zum anderen streut er Informationen in sozialen Netzwerken. „Dort zeigen wir beispielhafte Anlagen, die wir einbauen und nennen detaillierte Informationen über Standort, Heizverhalten und andere Parameter“, berichtet San.

Die Rückmeldungen der Interessenten würden beweisen, dass er mit der „Aufklärungsarbeit“ den Zahn der Zeit trifft: „Wir bekommen Nachfragen auch von älteren potenziellen Kunden“, sagt der 41-Jährige. Manche hätten sich schon mit der Thematik beschäftigt und kontaktierten den Betrieb für ein konkretes Angebot.

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Doch nicht jedem Interessent verkaufe er auf Biegen und Brechen eine Wärmepumpe. Da der Betrieb fast alle selbst installierten Anlagen auch überwache, habe er genaue Informationen über Effizienz, Optimierungspotenziale und Kosten der Anlagen. „Nicht zu jeder Anfrage ist eine Wärmepumpe die beste Lösung für den Kunden – und genau darum geht es mir“, betont San.

Der positive Nebeneffekt der Beiträge auf Kanälen wie Facebook, Instagram und Tiktok : „Wir schaffen damit Vertrauen.“ Mit Bildern und Kurzvideos der Montage vor Ort könne der Handwerksbetrieb seine Expertise im Bereich Wärmepumpen vermitteln. „Kunden sehen, dass wir etwas davon verstehen. Das ist eine gute Basis, um eine persönliche Verbindung aufzubauen“, erklärt der Chef des 25-köpfigen Teams.

Sekundäres Ziel: Klimaziele erreichen

Künftig will sich Cehan San mit seinem Betrieb noch stärker im Bereich Wärmepumpen aufstellen. Dazu gehören auch die Themen Energieberatung und finanzielle Förderung, die Kunden bekommen können. Langfristig soll sein Unternehmen einen Beitrag dazu leisten, die Klimaziele zu erreichen – am liebsten würde er dazu mit anderen Betrieben an einem Strang ziehen.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, braucht San neue Mitarbeitende. Einige hat der Unternehmer schon gefunden – ohne, dass er eigentlich wirklich gesucht hat: Als positiver Nebeneffekt der Social-Media-Aktivitäten haben sie sich selbst vorgestellt. Und er selbst freut sich, dass noch mehr Menschen Lust haben, mit ihm die Vorurteile zum Thema Wärmepumpen aus der Welt zu schaffen.

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Martina Jahn
Martina Jahn

Autor für IT und Gewerke