Handwerk und Design

Was hat eine Torten-Produktion mit Controlling zu tun?

Zu jedem Anlass entstehen in der Konditorei von Melanie Bauer-Sonntag tolle Motivtorten. Dahinter steckt nicht nur handwerkliches Können, sondern auch jede Menge Akribie.

3 Min.16.05.2025, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 14:27 Uhr)
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Hat sich den Traum von der eigenen Konditorei erfüllt und lebt ihre Kreativität aus: Melanie Bauer-Sonntag.
Hat sich den Traum von der eigenen Konditorei erfüllt und lebt ihre Kreativität aus: Melanie Bauer-Sonntag. Svenja Sonntag
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Auf einen Blick

So sehr wie der Inhaberin der Konditorei Melea Cakedesign liegen Zahlen wohl nicht vielen Unternehmern.

Ihre Erfahrung aus Controlling und Buchhaltung bringt Melanie Bauer-Sonntag in die Produktionsplanung mit ein – und macht ihr Team und Kunden glücklich.

Große Teile der Betriebsführung hat sie an eine Meisterin abgegeben. So wird die Verantwortung verteilt und das Team kann seine Stärken voll entfalten.

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Jede Torte, die das Geschäft von Melanie Bauer-Sonntag verlässt, ist nicht nur für die Kunden eine Freude. Auch die Inhaberin von Melea Cakedesign in Rastede erfüllt es mit Stolz: „Wir bedienen Emotionen – denn die bestellten Torten werden für Feiern mit positiven Anlässen bestellt. Diese Wünsche dürfen wir erfüllen – das macht Spaß“, sagt die Inhaberin der Konditorei.

Ohne Zeitplan keine gute Qualität

Was die Kunden meist nicht ahnen, ist die akribische Organisation, die hinter der Produktion steckt. „Ohne eine detaillierte Wochen- und Tagesplanung würde es hier nicht rundlaufen“, betont Bauer-Sonntag. Die größten Herausforderungen bei der Tortenherstellung seien die kurze Haltbarkeit der Lebensmittel und die Kühlkapazitäten. Zudem sollen die „Kunstwerke“ nicht nur gut aussehen und gut schmecken. „Die Torten sollen auch an den Tagen nach der Übergabe noch haltbar und schmackhaft sein“, erläutert sie ihren Anspruch.

Daher regele ihr Wochenplan genau, wann beispielsweise Böden gebacken werden, wie viel Vorlauf die Herstellung der Füllungen braucht oder wie viel Zeit in die Dekoration fließt. Besonders zu großen Anlässen wie Ostern oder zur Konfirmations- und Einschulungszeit sei Akribie und Disziplin gefordert – auch bei der Terminierung der Abholzeiten.

Teamwork: Jeder darf seine Stärken entfalten

Damit jeder Handgriff sitzt, sind alle aus dem siebenköpfigen Team bei der Wochenbesprechung dabei. Dort werden Aufträge erläutert, Aufgaben verteilt und Ziele festgesetzt. „Nicht Jeder kann alles gleich gut. Deshalb setzen wir die Mitarbeitenden so ein, dass sie ihre Stärken entfalten können“, erklärt Bauer-Sonntag. Das trage zu einem guten Endergebnis und zur Zufriedenheit jedes einzelnen bei. Zudem werde das Teamgefühl so gestärkt.

Damit die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau genug Zeit für Kundengespräche und administrative Aufgaben hat, hat sie der Konditormeisterin Lea Hau  im Team die Betriebsleitung übertragen. „Das verteilt die Verantwortung auf mehrere Schultern“, betont die Mutter zweier Söhne. Denn bürokratische Vorgaben, Dokumentationen und schriftliche Korrespondenzen forderten ihr viel ab. Somit erledigt die angestellte Meisterin wichtige Aufgaben in der Betriebsführung. „Den Teamgedanken leben wir beide, da sind wir von Beginn an auf einer Wellenlänge“, berichtet die 45-Jährige.

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Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung

Die Idee für ihre Selbstständigkeit sei eine Eingebung gewesen: „Ich hatte das Gefühl, nach knapp 20 Jahren als Angestellte etwas in meinem Leben ändern zu müssen. Mir war bewusst, dass ich aus einem sicheren Arbeitsverhältnis ins Risiko gehe“, sagt die Unternehmerin, die sich vor gut zweieinhalb Jahren selbstständig gemacht hat.

Ausreichend berufliche Erfahrung hatte sie gesammelt, vor allem im Controlling und der Buchhaltung. Die Leidenschaft für schöne Torten sei aus ihrem privaten Kontext heraus gewachsen. „Erst habe ich für meine Jungs gebacken, dann für Freunde“, erinnert sie sich. Später habe sie begonnen, nach den Vormittagen in der Buchhaltung in einer Bäckerei Torten zu dekorieren. Das habe sie so erfüllt, dass sie ihr Hobby zum Beruf machen wollte.

Heute schaut Melanie Bauer-Sonntag zufrieden und dankbar darauf zurück, was sie erreicht hat. Nicht viele Betriebe würden die ersten Jahre gut überstehen. „Wir sind zu zweit in einer Zeit gestartet, in der die Lebensmittel- und Energiepreise stiegen – leicht war das nicht“, betont sie.

Mit vielen Ideen in die Zukunft

Fertig sei der Aufbau des Betriebs noch lange nicht. „Wir wachsen Stück für Stück und entwickeln uns jeden Tag weiter.“ An Ideen fehlt es der Inhaberin nicht: Das Geschäft im Zentrum von Rastede bietet auch einen Tresenverkauf mit Gebäck an. Zudem würde Melanie Bauer-Sonntag gern mit einigen Produkten in den Online-Versand einsteigen. Doch bis das soweit ist, seien noch einige Details zu planen. Daher konzentriert sie sich derzeit auf das Hauptgeschäft mit den Torten und bereitet sich auf die nächsten Kunden vor, die ihre „Kunstwerke“, wie sie sie nennt, entgegennehmen können.

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Martina Jahn
Martina Jahn

Autor für IT und Gewerke