Zukunftsfähig ist, wer groß denkt und mutig entscheidet
Arbeite ich im Betrieb oder am Betrieb? Diese Frage hat sich Torben Meier lange vor der Übernahme des Familienbetriebs gestellt. So ist er strategisch vorgegangen, damit die Firma ohne ihn läuft.
Auf einen Blick
Dass Torben Meier das Geld für den Familienbetrieb am Schreibtisch verdienen will, hat er frühzeitig bewusst entschieden. Ein paar Jahre nach der Meisterschule sei er noch ab und zu auf den Baustellen gewesen, berichtet der Inhaber der Dachdeckerei und Zimmerei Meier in Lengede . „Dann habe ich mir die Frage gestellt, ob ich den Betrieb weiterentwickeln und aufbauen möchte oder handwerklich weiter mitarbeiten will“, sagt der Unternehmer. Der Wunsch, sich mehr aus dem Tagesgeschäft herauszuziehen, hat überwogen.
Damit das gelingen konnte, hat der Unternehmer einige Weichen gestellt. Diese drei Faktoren waren ihm besonders wichtig.
Fehler machen – Erfahrungen sammeln
„Ich musste erst lernen, wie man ein Unternehmen entwickelt und was es braucht, erfolgreich zu sein“, sagt Meier. Geholfen habe ihm, dass sein Vater ihm als Nachfolger alle Freiheiten gelassen hat. „Er war immer ruhig und besonnen und hat mir nicht reingeredet.“ Trotzdem habe er auf seine Erfahrung vertrauen und zurückgreifen können. Auch die Unterstützung seiner Frau, die das Büro leitet, die Familie managt und Entscheidungen mit ihm gemeinsam trifft, sei für die Weiterentwicklung des Unternehmens fundamental wichtig gewesen.
Eine wichtige Erkenntnis aus dem Übernahmeprozess: Ein Betrieb mit seinen Mitarbeitenden braucht Regeln und Grenzen . Welche das sein sollten, war Torben Meier zu Beginn nicht klar. „Da habe ich auch immer wieder Fehler gemacht. Doch die waren notwendig, um voranzukommen“, betont der Dachdecker- und Zimmerermeister.
Ein wichtiges Learning aus seiner Sicht: Nur mit Mitarbeitenden, die den Weg des Wandels mittragen, wird ein Betrieb zukunftsfähig. „Wer diesen Weg nicht mitgehen will, muss gehen“, sagt Meier. Diese Entscheidungen seien für den Handwerksmeister oftmals hart und schmerzhaft gewesen. Auf lange Sicht aber seien sie ein wichtiges Signal für das bestehende Team gewesen.
Größer denken, mehr erreichen
Torben Meier war auch klar, dass der Betrieb mit damals 17 Mitarbeitenden, nur bestehen kann, wenn er zukunftsweisende Investitionen tätigt. So wurde nicht mehr in alte Gebäude investiert: „Ein neuer Standort musste her. Gebaut haben wir dann in einem Gewerbegebiet um die Ecke – mit Solaranlage und einer völlig neuen Infrastruktur“, berichtet der 47-Jährige.
Auch das war eine Entscheidung mit Weitblick: „Ich habe gelernt, groß zu denken und mutig zu sein“, sagt Meier. Heute ist der Betrieb mit 30 Mitarbeitenden so aufgestellt, dass er die Gebäude entweder selbst nutzen oder einzeln weitervermieten kann. „Wenn man nicht nur an morgen, sondern weiter denkt, entstehen neue Ideen – und das hat auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun“, ist der Handwerksunternehmer überzeugt.
Aufgaben abgeben, strategisch denken
Damit der Betrieb auch ohne ihn läuft, hat Meier nach und nach Verantwortung abgegeben. Dafür hat er einen Meister eingestellt, der die Baustellen leitet, Aufträge schreibt und sich um die Teams kümmert. Eine weitere Meisterstelle soll in naher Zukunft besetzt werden. „Ich will mich weiter aus dem Tagesgeschäft rausziehen, dafür brauche ich Unterstützung“, betont der Dachdecker- und Zimmerermeister. Stolz sei er auf die Leistung des gesamten Teams, das motiviert nach vorn schaut und ihm für andere Aufgaben Kraft gibt.
Aktuell ist der Betrieb laut Meier so aufgestellt, dass er fast alleine läuft. „Weil jeder mitzieht und auch unangenehme Entscheidungen mitgetragen werden“, betont der Unternehmer. Kredite seien fast bezahlt, der Wert habe sich gesteigert und neue Unternehmenswerte seien fest etabliert. Für Torben Meier ist das eine Bestätigung dafür, dass es sich gelohnt hat, am Betrieb zur arbeiten und ihn vom Schreibtisch aus in die Zukunft zu lenken.
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