Geschäftskonto finden: Daran sollten Handwerker denken
Es gibt viele Banken, die Geschäftskonten anbieten. Bei der Auswahl sollten Handwerker aber nicht nur die Konditionen vergleichen. 6 Tipps, die einen Unterschied machen.
Ob Kontoführungsgebühren , Kosten für die Firmenkreditkarte oder der Kontokorrentzins in Prozent – bei Geschäftskonten gibt es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Banken. Doch sollten Handwerker bei der Auswahl allein auf den Preis achten? Unternehmensberater Werner Broeckmann gibt 6 Tipps, was Unternehmer bei der Auswahl auch bedenken sollten.
Tipp 1: Mindestens ein Konto bei einer lokalen Bank
„Eine Bank ist wie eine Versicherung“, sagt Broeckmann, der gelernter Bankkaufmann und Diplom Kaufmann ist und heute vor allem als Sanierungsberater arbeitet. Er empfiehlt Unternehmern bei der Wahl des Geschäftskontos nicht allein auf die Kosten zu achten. „Wenn es Ihrem Unternehmen mal nicht gut geht, dann brauchen Sie eine Bank vor Ort, mit der Sie reden können und die sich wirklich mit Ihrem Betrieb auseinandersetzen will“, sagt Broeckmann.
Er plädiert deshalb dafür, mindestens ein Geschäftskonto bei einer Volksbank oder Sparkasse zu führen. Die seien in der Regel zwar etwas teurer, aber lokal verwurzelt und genau das könne sich in Krisenzeiten auszahlen. Bei größeren Banken sei die Gefahr größer, dass kleine Betriebe in der Krise einfach abgewickelt werden, meint der Berater, der schon viele Unternehmen durch schwierige Sanierungsphasen begleitet hat.
Tipp 2: Mindestens eine zweite Bankverbindung pflegen
Handwerksbetriebe setzen in der Regel nicht nur auf einen Lieferanten. Genau das sollten sie laut Brockmann auch bei Bankverbindungen beherzigen: „Machen Sie sich nicht einseitig abhängig und bauen Sie sich immer mindestens eine zweite Bankverbindung auf.“
Tipp 3: Bestehende Bankverbindungen gut pflegen
Laut dem Berater ist es zudem wichtig, die bestehenden Bankverbindungen alle gut zu pflegen. Dafür hat Broeckmann 3 Empfehlungen:
Tipp 4: Nicht ständig die Bank wechseln
Eine gute Geschäftsbeziehung lebt von Vertrauen. Doch um das aufzubauen, braucht es Zeit. Broeckmann empfiehlt Unternehmern deshalb, nicht ständig die Bank zu wechseln: „Es ist gut, wenn man einen Partner hat, der einen langfristig begleitet.“
Doch das bedeute nicht, dass sich Handwerksunternehmer alles von der Bank gefallen lassen müssen: „Wenn Ihre Bank die Preise deutlich anhebt, dann können Sie ruhig nachfragen, ob das wirklich sein muss.“ Seiner Erfahrung nach lässt sich dadurch in manchen Fällen etwas erreichen.

Tipp 5: Private Banken können bei Kreditvergabe von Vorteil sein
Das Bankensystem in Deutschland besteht aus drei Säulen: Dazu gehören neben Sparkassen und Genossenschaftsbanken auch private Banken. Laut Broeckmann gehen die Institute bei der Kreditvergabe oft unterschiedlich vor: „Sparkassen und Volksbanken versuchen bei der Kreditvergabe an GmbHs manchmal, eine private Bürgschaft zu bekommen“, sagt der Berater aus Erfahrung. Bei privaten Banken hätten Unternehmer, deren Betrieb über eine gute Bonität verfügt, oft Chancen auch ohne eine solche Bürgschaft einen Kredit aufzunehmen.
Tipp 6: Nicht jede Bank bietet alles an
Standardservices wie eine Firmenkreditkarte bieten in der Regel alle Banken. „Betriebe, die besondere Bedürfnisse haben, sollten bei der Auswahl des Geschäftskontos genau hinsehen. Das gelte zum Beispiel für Betriebe, die auch im Ausland aktiv sind – vielleicht, weil sie regelmäßig Material von ausländischen Lieferanten beziehen oder häufig Aufträge außerhalb Deutschlands ausführen. „Solche Betriebe sollten eine Bank wählen, die sich im Auslandgeschäft gut auskennt“, sagt der Unternehmensberater.
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