Unternehmensfinanzierung

Insolvenzen: Höchster Stand seit fast 10 Jahren

Die Zahl der Firmenpleiten ist erneut gestiegen. Welche Wirtschaftsbereiche waren im 1. Halbjahr 2024 besonders betroffen? Und wie geht es weiter?

2 Min.01.07.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 11:42 Uhr)
Von
Unternehmensinsolvenzen in Deutschland: Laut Creditreform waren im ersten Halbjahr 2024 vor allem mittlere und größere Unternehmen betroffen.
Unternehmensinsolvenzen in Deutschland: Laut Creditreform waren im ersten Halbjahr 2024 vor allem mittlere und größere Unternehmen betroffen. Michael - stock.adobe.com
Anzeige
Anzeige

11.000 Unternehmensinsolvenzen hat die Wirtschaftsauskunftei Creditreform im 1. Halbjahr 2024 registriert. Gegenüber dem Vorjahr sei das ein Anstieg um fast 30 Prozent.

„Die Insolvenzen in Deutschland haben den höchsten Stand seit fast zehn Jahren erreicht“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Mehr als 11.000 Insolvenzen habe es zuletzt im 1. Halbjahr 2015 gegeben, so die Auskunftei.

Und welche Erklärung hat sie für den Anstieg 2024? In der ersten Jahreshälfte 2024 hätten die Unternehmen weiter mit den Auswirkungen der Rezession, anhaltenden Krisen und der kraftlosen Konjunktur zu kämpfen gehabt. „Das alles zusammengenommen bricht vielen Betrieben das Genick“, so Hantzsch.

Anzeige

Die Creditreform weist darauf hin, dass auch die Forderungsausfälle im 1. Halbjahr gestiegen sind. Verantwortlich hierfür sei das deutliche Plus bei Insolvenzen von mittleren und großen Unternehmen. Bei Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden hätten sich die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahreswert zum Beispiel verdoppelt.

Laut der Wirtschaftsauskunftei sind die Insolvenzzahlen in allen vier Hauptwirtschaftsbereichen gestiegen – und zwar überall mit zweistelligen Prozentraten. Am geringsten fiel der Anstieg im Handel (+20,4 Prozent) aus. Im Dienstleistungsgewerbe (+34,9 Prozent) sei er am höchsten gewesen. Die Zunahme an Insolvenzen im Baugewerbe lag bei 27,5 Prozent, insgesamt gab es dort demnach 1.950 Pleiten. Die überwiegende Mehrzahl der Insolvenzfälle verzeichnete jedoch im Dienstleistungssektor mit 6.500.

Und wie geht es im zweiten Halbjahr weiter? „Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland dürfte 2024 aller Voraussicht nach schwach ausfallen“, so die Creditreform. Die Auskunftei geht davon aus, dass die hohen Zinsen eine echte Herausforderung für die Unternehmensfinanzierung bleiben. Daher dürften die Unternehmensinsolvenzen noch bis Jahresende zunehmen und im Gesamtjahr erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau übersteigen, so die Prognose.

Tipp: Sie interessieren sich für das Thema Unternehmensfinanzierung? Im handwerk.com-Newsletter finden Sie aktuelle Infos dazu. Jetzt kostenlos anmelden!

Anzeige

Relevante Themen