Holzhelden

Lieblingsprojekt für süße Träume: 300 Kilogramm Eiche massiv

Leidenschaft ist, wenn sechs Meter Eichenbalken in ein massives Bett verwandelt werden. Michael Haller erklärt, wie der rustikale Charakter beim Bau des Möbelstücks erhalten wurde.

2 Min.20.03.2025, 01:00 Uhr (Aktualisiert am 20.02.2026, 15:46 Uhr)
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Bett mal anders. Hübsches Schwergewicht aus Eichenbalken.
Bett mal anders. Hübsches Schwergewicht aus Eichenbalken. Tischlerei Michael Haller
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Ein Traum in Eiche: rustikal, ursprünglich – und massiv. „Ein Bett wie dieses stellt man einmal hin, dann wird das nicht mehr bewegt“, lacht Holztechniker Michael Haller angesichts der geschätzt 300 Kilogramm die dieses Kundenprojekt auf die Waage bringt. Für den Nienburger Unternehmer und sein Team sind Projekte wie dieses eine willkommene Variation zum Kerngeschäft. „Wir machen viel Möbelbau und Inneneinrichtungen, verarbeiten aber mehr Plattenware statt ganzer Massivholzbalken, die direkt aus dem Baum gesägt wurden“, sagt er.

Für rustikalen Charakter: Bürsten und Wachsen

Zum aktuellen Auftrag des Eichenbettes kam der Unternehmer durch einen älteren Instagram-Post auf seinem Kanal. „Wir hatten vor einigen Jahren ein ähnliches Projekt gemacht. Das hat der Kunde gesehen und uns geschrieben“, berichtet Haller. Beim Gedanken an die Händlerpreise für große Eichenbalken war der Holztechniker zunächst allerdings wenig zuversichtlich, dass der Kunde bei seinem Wunsch bleiben würde. „Doch das Material hatte er selbst in einer Scheune liegen: sechs Meter lange Eichenbalken!“, sagt Haller.

Dem Projekt hat sich Hallers Mitarbeiter David Krüger angenommen. In enger Absprache mit dem Kunden wurde ein Entwurf erstellt. Und der sollte möglichst viel von der Wirkung des Massivholzes transportieren. „Die Oberfläche haben wir nur gebürstet und gewachst. So wird es glatter und man bleibt nirgendwo hängen oder fängt sich Splitter ein, gleichzeitig behält es aber seine Struktur und Charakter“, erklärt Haller. Auch im Sinn rustikalen Designs wurden die Kanten nicht mit Rundungen versehen sondern nur mit einer Fase. 

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Zur Verbindung der Rahmenelemente haben sich die Tischler für eine Überblattung entschieden. „Dafür haben wir eine Schablone gebaut: Eine Führung aus HPL sorgte dafür, dass die Schnitte mit der Säbelsäge gerade werden“, erzählt der Unternehmer. Innenseitig wurden Bettwinkel für den Lattenrost verbaut.

Per Instagram zu Projekten 

Auch Nachtkästen und Kopfteil haben die Tischler mit dem Holz des Kunden gefertigt. „Mir gefallen solche Projekte, weil wir in ihnen die Vielfalt und Kreativität unseres Berufs voll ausleben können“, sagt Michael Haller. Immer wieder finden Auftraggeber mit interessanten Anfragen die Nienburger über ihren Instagram-Auftritt. „Wenn die Kunden bei uns Projekte sehen, in denen sie sich wiederfinden, die ihnen Ideen liefern, dann entstehen oft sehr schöne Aufträge“, berichtet Haller.

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