Lieblingsprojekt: Restaurierung eines Schiffes von 1881
Bootsbauer Andreas Krause hat einen historischen Fischewer restauriert – nicht in seiner Werkstatt sondern im Deutschen Museum. Hier berichtet er von den Arbeiten.
2023 erreichte Bootsbaumeister Andreas Krause aus Ostfriesland eine besondere Nachricht. Ein Museumsschiff von 1881 musste versetzt werden. Um die Maria, einen Finkenwerder Fischewer (ein friesländisches Segelschiff), in den 1950er-Jahren von der Elbe ins Deutsche Museum in München zu bekommen, wurde sie in fünf Teile zersägt. Nun musste der Boden, auf dem das Schiff steht, renoviert werden. Der Plan war: Das Schiff sollte drei Meter in die Höhe gehoben werden – hier kam der Bootsbaumeister ins Spiel. „Wir sollten das Schiff mit Decksbalken verstärken, um das Anheben zu ermöglichen“, erklärt der gebürtige Wolfenbütteler.
Krause beschreibt das Projekt als „enorm herausfordernde organisatorische Aufgabe“. Zum Anheben wurde um den etwa 19 Meter langen und rund sechs Meter breiten Ewer eine Stahlkonstruktion gebaut. Für einen Kran war in der Ausstellungshalle kein Platz, daher musste das gesamte Gestell mit Hydraulikstempeln angehoben werden.
„Vor der Maria habe ich schon mit zehn Jahren gestanden und gestaunt“, berichtet der Bootsbauer. Die Herausforderung: Sie durften nicht zu viel an dem alten Exponat verändern. Dafür mussten der Meister und sein Team wieder zurück zu den Wurzeln. „Wir haben sehr traditionell gearbeitet, fast alles mit der Hand“, schildert Krause. Zudem musste das Team improvisieren und das Material selbst mitbringen. Die sieben Meter langen Decksbalken aus Eichenholz in „Bootsbauerqualität“ wurden in Ostfriesland hergestellt und dann vor Ort in München ausgetauscht. Ebenso wurden Stützen (Knie) zur Befestigung angebracht und die Planken der Seitenwände an der sogenannten Bünn erneuert. Die neuen Elemente wurden nachträglich von einem Restaurator der Originalfarbe angeglichen. Es sei eine Ehre gewesen, an diesem Schiff zu arbeiten, resümiert Krause.
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