Politik und Gesellschaft

Bezahlbares Wohnen: Bauwirtschaft warnt vor zu hohem Mindestlohn

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft warnt vor einer deutlichen Mindestlohn-Erhöhung: Sie fürchtet negative Auswirkungen auf die Baukosten und die Tarifstruktur.

2 Min.17.06.2025, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 18.02.2026, 13:56 Uhr)
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Bauen ist mit hohen Kosten verbunden. Eine deutliche Anhebung des Mindestlohns würde noch mal „zu erheblichen Kostensteigerungen führen“, warnt die Bundesvereinigung Bauwirtschaft.
Bauen ist mit hohen Kosten verbunden. Eine deutliche Anhebung des Mindestlohns würde noch mal „zu erheblichen Kostensteigerungen führen“, warnt die Bundesvereinigung Bauwirtschaft. TIMDAVIDCOLLECTION - stock.adobe.com
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Wie entwickelt sich der gesetzliche Mindestlohn weiter? Darüber wird aktuell viel diskutiert und dabei taucht immer wieder eine Zahl auf: 15 Euro. Das liegt auch an der politischen Diskussion der letzten Monate, schließlich haben im Bundestagswahlkampf 2025 mehrere Parteien eine deutliche Anhebung der Lohnuntergrenze gefordert und laut Koalitionsvertrag von Union und SPD ist „ein Mindestlohn von 15 Euro im Jahr 2026 erreichbar“.

Doch über die Entwicklung des Mindestlohns entscheidet nicht die Politik, sondern die Mindestlohnkommission – sie muss bis zum 30. Juni 2025 einen Beschluss fassen. Angesichts der bevorstehenden Entscheidung appelliert die Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) nun, den gesetzlichen Mindestlohn „nicht so stark zu erhöhen, dass die Tarifstruktur im Baugewerbe überlastet wird“.

Der BVB-Vorsitzende Marcus Nachbauer warnt: „Eine zu starke Anhebung führt zu erheblichen Kostensteigerungen im Bau- und Ausbaugewerbe und erschwert die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.“ Er verweist auf Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Diese zeigten, dass Mindestlohnerhöhungen nahe den Tariflöhnen die Tarifstruktur verengen, Marktlöhne steigen lassen und den kalkulatorischen Druck erhöhen.

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„Die bestehenden Tarifverträge sichern faire Löhne, soziale Absicherung und verlässliche Kostenplanung“, so Nachbauer. Er fordert, dass dieses Gleichgewicht nicht gefährdet werden dürfe. Laut dem BVB-Vorsitzenden arbeitet die Bauwirtschaft intensiv daran, Kosten zu senken und bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. „Eine überzogene Mindestlohnerhöhung würde dies konterkarieren und Mehrkosten verursachen, die letztlich Mieterinnen und Mieter tragen müssten – das darf nicht passieren“, so der BVB-Vorsitzende.

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