Umdenken gefordert

Bürokratie: „Die Luft zum Atmen fehlt“

Unternehmer könnten mit ihren Erfahrungen den Bürokratieabbau entscheidend vorantreiben. Sie haben viele konkrete Vorschläge, wie das gelingen kann.

2 Min.02.07.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 11:31 Uhr)
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Am Rande der Verzweiflung: Viele Betriebe versinken in der Papierflut und fordern weniger Kontrollen und mehr Praxistauglichkeit von Gesetzen.
Am Rande der Verzweiflung: Viele Betriebe versinken in der Papierflut und fordern weniger Kontrollen und mehr Praxistauglichkeit von Gesetzen. Photobank - stock.adobe.com
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Wie kann der Bürokratieabbau in Deutschland aus Unternehmer-Perspektive vorangetrieben werden?  Dazu hat das Institut für Mittelstandforschung (IfM) Bonn Vertreter aus knapp 850 Unternehmen befragt. Ergebnis der Umfrage: mehr als 1.500 Vorschläge, wie bürokratische Lasten reduziert werden können.

Betriebe fordern mehr Vertrauen

Das sind die Top 3 der Vorschläge der befragten Unternehmen:

Bürokratie raubt unternehmerische Freiheit

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Fordert ein radikales Umdenken beim Thema Bürokratie: Jörg Dittrich, Präsident des ZDH.

Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kritisiert die Bürokratielast in Betrieben. Sie werde als Übergriffigkeit in die unternehmerische Tätigkeit und Freiheit empfunden. Im Moment liefen viele Betriebe zwar noch gut. Doch gebe es auch Zeiten, in denen es mal nicht so gut laufe. In diesen Momenten würden keine bürokratischen Vorschriften helfen. „Im Gegenteil: Die Illusion der staatlichen Vollkasko-Kontrolle schnürt den Betrieben die Luft zum Atmen ab“, sagt ZDH-Präsident Jörg Dittrich. Er fordert ein „Umdenken mit drei Konsequenzen“:

  • Gesetze reduzieren: Das gelte auf nationaler und europäischer Ebene. Die „One in, one out“-Regel bei neuen Vorschriften reiche nicht mehr aus. Vielmehr sei eine „One in, two out“-Regel angebracht. Das bedeutet: Für jede neue Maßnahme müssten zwei andere gestrichen werden.
  • Qualität verbessern: Gesetze müssten an Bedarfen der Betriebe ausgerichtet sein. Praxis-Checks im Vorfeld von Gesetzgebungsverfahren könnten das sicherstellen.
  • Tempo reduzieren: Gesetzesänderungen sollten nur noch an zwei Stichtagen im Jahr – beispielsweise zum 1. Januar und 1. Juli - in Kraft treten dürfen. Das erspare Betrieben die ständige Beschäftigung mit Rechtsfragen.

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Martina Jahn
Martina Jahn

Autor für IT und Gewerke

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