Dachdecker-Krieg: Brennende Transporter in den Niederlanden
In einer niederländischen Stadt bekriegt sich eine Gruppe von Dachdeckern. Brandanschläge und Explosionen sorgen für Angst und Schrecken. Was steckt dahinter?
Das neue Jahr war noch keinen Tag alt, da meldete die niederländische Nachrichtenseite Omroep Brabant , schon das neueste Opfer im sogenannten Dachdecker-Krieg: Der Transporter eines Dachdeckers im niederländischen Den Bosch erlitt mutmaßlich nach Brandstiftung einen Totalschaden. Um einen Einzelfall handelt es sich dabei nicht. Das öffentlich-rechtliche Nachrichtenmedium zählt auf, dass es in der Region seit letztem Sommer über 20 Explosionen und Brandanschläge auf Fahrzeuge und Häuser von Dachdeckern gegeben hat.
Die Situation ist ein Problem für die Gemeinde. Um Anwohner zu schützen hat der Bürgermeister einem Dachdecker zeitweilig sogar verboten, Kleintransporter in einem Wohngebiet zu parken.
Nun soll der Gemeinde ein Bericht vom niederländischen Dachdeckerverband „Netwerk Dakdekkers“ vorliegen, in dem das Problem und mögliche Lösungsansätze beschrieben werden. Der Bericht liege Omroep Brabant vor.
Demnach gebe es im Ort zwei Hauptgruppen von Dachdeckern: Die erste Gruppe, bestehend aus bekannten, zuverlässigen Handwerkern mit vollem Terminkalender und langer Auftragspipeline. Und die zweite, die Dienste am Dach als Mittel zu schnellem Geld erkannt hätte. Die Streitigkeiten fänden hauptsächlich in der zweiten Gruppe statt. Die Betriebe führen einen Kampf um Kundschaft: Den Bosch soll mit den meisten Dachdeckern pro Quadratmeter die größte Dachdeckerstadt der Welt sein.
Der Bericht soll mehrere Lösungen vorschlagen. Detailliert beschreibt das Nachrichten-Portal den Vorschlag einer Art Auftrags-Plattform für Dachdecker, Verbraucher und die Gemeinde. Auf der sollen sich Hausbesitzer registrieren, Informationen erhalten und mit zugelassenen Dachdeckern in Kontakt treten können. Indem die Nutzung der Plattform verbindlich vorgeschrieben wird, wäre eine bessere Überwachung der Branche möglich.




