„Die Betriebe stehen im Mittelpunkt“
125 Jahre Handwerkskammern: Präsidenten über die Bedeutung der Betriebe, das Ehrenamt und ihre Rolle als Dienstleister im Wandel der Zeit.
Was bedeutet das Jubiläum den Handwerkskammern und ihren Präsidenten? Welche Rolle spielt das Ehrenamt im Handwerk? Und was wünschen sich die Präsidenten für die künftige Zusammenarbeit mit Betriebe? Diese und andere Fragen beantworten sieben Handwerkskammerpräsidenten zum 125-jährigen Jubiläum.

Thomas Gehre, Präsident der Handwerkskammer Hannover:
„Dieses Jubiläum ist für mich die Gelegenheit, unsere Betriebe, die Mitarbeitenden sowie das Ehrenamt zu feiern – und nicht uns selbst als Selbstverwaltungsinstitution“, sagt Thomas Gehre, Präsident der Handwerkskammer Hannover . Im Fokus müssten die Geschichten über traditionsreiche und innovative Betriebe stehen sowie Ehrenamtsträger und qualifizierte Beschäftigte.
„Als Interessenvertretung der Unternehmerinnen und Unternehmer setzen wir uns für politische Rahmenbedingungen ein, für weniger Bürokratie , aber auch für eine Wirtschaftspolitik, die mittelstandsfreundlich ist“, betont Gehre. „Meine Motivation als Präsident der Handwerkskammer Hannover ist es, die Rahmenbedingungen für die nächste Generation von Handwerkerinnen und Handwerkern mitgestalten zu können“, sagt er. Im Ehrenamt engagierte Menschen seien Vorbilder. Sie zeigten der nächsten Generation, dass sich Einsatz lohnt und dass Verantwortung etwas bewegt.
Was er sich für die Zusammenarbeit mit den Betrieben wünscht? „Dass der Wert unserer Selbstverwaltung immer wieder neu verstanden wird.“ Mit ihren hoheitlichen Aufgaben leiste die Kammer zur Ordnung des Handwerks Großartiges. Und mit ihrem breiten Dienstleistungsangebot stelle die Kammer Betrieben ein umfassendes kostenfreies Angebot zur Verfügung.
Eckhard Stein, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg:
„125 Jahre Handwerkskammern sind ein starkes Zeichen für Beständigkeit, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, sich immer wieder auf Herausforderungen einzustellen“, sagt Eckhard Stein, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg . Dieses Jubiläum sei ein Anlass, auf das Engagement unzähliger Handwerkerinnen und Handwerker zurückzublicken, die das Fundament für den heutigen Erfolg gelegt haben.
„Als Handwerkskammer vertreten wir die Interessen unserer Betriebe gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Wir treten ein für faire wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen, zukunftsfähige Ausbildung, unterstützen bei der Fachkräftegewinnung, der Digitalisierung und der Innovation“, sagt Stein.
Das Ehrenamt sieht Stein als unverzichtbaren Bestandteil der Arbeit und zugleich als Ausdruck der besonderen Kultur im Handwerk. Dieses Engagement sei das Rückgrat der Kammern und verleihe ihrer Arbeit Glaubwürdigkeit und Gewicht. Mit einer noch engeren und vertrauensvolleren Zusammenarbeit könnten Handwerkskammern und Betriebe den Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit, Energiewende und Digitalisierung erfolgreich begegnen.“
Andreas Nünnemann, Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim:
„In 125 Jahren hat sich nicht nur die Welt grundlegend verändert, sondern auch das Handwerk selbst“, sagt Andreas Nünemann, Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim . Die Handwerkskammer als verlässlicher Partner habe sich als Interessenvertretung dafür eingesetzt, die Ausbildungsstandards zu sichern und Innovationen förderlich zu begleiten.
Im Mittelpunkt stünden immer die Menschen, die durch ihr Engagement, ihre Kreativität und ihren unermüdlichen Einsatz diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben. „Ihnen gebührt unser besonderer Dank für 125 Jahre erfolgreiche Handwerksgeschichte“, betont Nünemann.
„Ohne das Ehrenamt geht gar nichts im Handwerk“, ist er sich sicher. Gemeinsam mit dem Hauptamt sei das Handwerk zu dem geworden, was es heute ist: Eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft: Modern, konjunkturell resistent, zukunftsgerichtet. „Das ist auch mein persönlicher Anspruch, dem ich jeden Tag versuche, gerecht zu werden.“
Albert Lienemann, Präsident der Handwerkskammer für Ostfriesland:
Das 125-jährige Bestehen der Handwerkskammer erfüllt mich mit großem Stolz und Dankbarkeit. Es zeigt, welche bedeutende Rolle das Handwerk in unserer Region hat“, sagt Albert Lienemann, Präsident der Handwerkskammer für Ostfriesland . Als Installateur- und Heizungsbauermeister setze er die Tradition des Familienbetriebs in Holtrop in der vierten Generation fort. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig Beständigkeit, aber auch stetige Erneuerung im Handwerk sind“, betont er.
Die Kammer übernehme eine Vielzahl wichtiger Aufgaben für die Belange des Handwerks: Sie sei Ansprechpartner, Unterstützer und Impulsgeber. Ihre Kernaufgabe bleibe dabei die Vertretung der legitimen Interessen des Handwerks und seiner Betriebe. „Das Ehrenamt hat für mich persönlich und für die Handwerkskammern einen besonderen Stellenwert. Das Handwerk lebt, weil es Menschen gibt, die bereit sind, sich dem Ehrenamt zu verschreiben“, sagt Lienemann. Ohne das Engagement sei die Arbeit der Kammern nicht möglich. Es verdiene höchste Anerkennung und sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeit.
„Für die kommende Zusammenarbeit wünsche ich den Akteuren auf beiden Seiten allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel! Ich bin überzeugt, dass das ostfriesische Handwerk auch in den nächsten 125 Jahren sicher seinen Kurs hält und eine starke, verlässliche Säule unserer Region bleibt.“

Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade:
„Die Gründung eigenständiger Handwerkskammern steht in engem Zusammenhang mit der Schaffung eines modernen Bildungswesens und einer weltweit einzigartigen Berufsbildungskultur, die heute zu den Stärken des Standorts Deutschland zählt“, sagt Detlef Bade, Präsident der H andwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade . Noch heute zeige sich, wie visionär und zukunftsweisend diese Idee ist.
„Die politische Einflussnahme und Kontaktpflege zu Parlamenten, Parteien und Behörden sind wichtige Aspekte der Interessenvertretung unserer Handwerkskammer“, betont Bade. Aber auch die Wirtschaftsbeobachtung zur Analyse der Entwicklungen im Handwerk und die Öffentlichkeitsarbeit , um die gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks hervorzuheben und für die Interessen unserer Betriebe einzustehen, seien maßgebliche Punkte.
„Die 125 Jahre stehen für mich daher nicht nur für Vergangenes und Tradition sondern auch für die Zukunft des Handwerks“, sagt Bade.

Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen:
„Für mich sind 125 Jahre Handwerkskammern ein starkes Zeichen: für Selbstverwaltung, Zusammenhalt und Verantwortung. Diese Tradition erfüllt uns mit Stolz – und sie ist zugleich Ansporn, das Handwerk und unsere Gesellschaft aktiv weiter zu gestalten“, sagt Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen .
Nach den wirtschaftlich schwierigen Jahren sei es nun wichtig, wieder Stabilität und Optimismus zu etablieren. Auch der gesellschaftliche Zusammenhalt sollte wieder wachsen. Hier könne das Land vom Handwerk lernen: „Was uns stark macht, ist nämlich nicht nur das, was wir tun – sondern vor allem, wie wir es tun. Handwerk heißt, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn’s unbequem wird“, betont Roman. „Statt Alarm zu schlagen, brauchen wir Zuversicht, klare Perspektiven – und vor allem: den Mut, neue Wege zu gehen und Dinge einfach mal anzupacken.“
Ohne das freiwillige Engagement im Sportverein, bei der Feuerwehr und auch im Handwerk würde das Land langfristig Probleme bekommen. „Deshalb möchte ich jeden motivieren, sich an irgendeiner Stelle aktiv einzubringen“, sagt Roman.

Andreas Dieckmann, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg:
„Das Jubiläum ist nicht nur eine feierliche Rückschau – es ist ein Bekenntnis zur Stabilität, zum Wandel und zur Verantwortung“, sagt Andreas Dieckmann, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg . „Es macht mich stolz, heute Präsident einer Institution zu sein, die über Generationen hinweg für Qualität, Ausbildung , Interessenvertretung und Gemeinschaft im Handwerk eingetreten ist – und dies auch in Zukunft mit voller Kraft tun wird“, ergänzt er.
Als Interessenvertretung verstehe sich die Kammer als Bündler unterschiedlicher Stimmen aus mehr als 100 Gewerken. „Uns ist wichtig, zuzuhören, Anliegen aufzugreifen und so Lösungen zu fördern, die das Handwerk insgesamt voranbringen“, betont Dieckmann.
Das Ehrenamt sei das Fundament der Kammerarbeit. „Für mich persönlich bedeutet das: Verantwortung übernehmen, mitgestalten, aber auch: aus dem Handwerk für das Handwerk sprechen.“ Die Form der Selbstorganisation sei etwas ganz Besonderes. Sie schaffe Identifikation und Verbindlichkeit – zwei Werte, die im Ehrenamt und im Handwerk gleichermaßen zählten. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, wünsche der Präsident sich vor allem eins: „Dass wir weiterhin eng, vertrauensvoll und auf Augenhöhe zusammenarbeiten.“
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