Förderungen

Flaute am Bau geht weiter: Das sagt das Baugewerbe

Die Zahl der Baugenehmigungen geht weiter zurück: Trotz des Ampel-Aus sollen die Neubauförderungen weiterlaufen. Löst das die Probleme?

2 Min.25.11.2024, 01:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 11:31 Uhr)
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Ankündigung der Bundesbauministerin: Trotz vorläufiger Haushaltsführung sind vier Förderprogramme für den Neubaubereich für 2025 gesichert.
Ankündigung der Bundesbauministerin: Trotz vorläufiger Haushaltsführung sind vier Förderprogramme für den Neubaubereich für 2025 gesichert. Wolfilser - stock.adobe.com
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Die Zahl der Baugenehmigungen ist erneut eingebrochen: Im September 2024 wurden laut Statistischem Bundesamt 15.300 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt – das entspricht einem Rückgang von gut 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern sei die Zahl der Baugenehmigungen im gleichen Zeitraum um fast 22 Prozent zurückgegangen, bei Einfamilienhäusern lag des Minus bei fast 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

„In Deutschland bauen immer weniger Menschen“ kommentierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) . Derzeit gebe es 42 Prozent weniger Baugenehmigungen als vor zwei Jahren. „Keiner in der Branche glaubt, dass sich das bald ändert“, so Pakleppa.

Ampel-Aus: Hat das Auswirkungen auf die Neubauförderungen?

Angesichts dieser Zahlen blickt der ZDB-Hauptgeschäftsführer mit Sorge auf die kommenden Monate: „Nach dem Scheitern der Regierung wird wohl auch der Haushalt 2025 scheitern; Deutschland steht vor einer vorläufigen Haushaltsführung.“ Laut Pakleppa könne der Staat bis zur Verabschiedung eines neuen Haushalts somit keine neuen Aufträge für Straße und Schiene vergeben. Auch bei den Fördertöpfen im Neubaubereich sieht er mögliche Probleme.

Bundesbauministerin Klara Geywitz hat zwar über den Nachrichtendienst X mitgeteilt welche Förderungen trotz der vorläufigen Haushaltsführung weiterlaufen sollen. Der SPD-Politikerin zufolge sind diese Förderprogramme für das kommende Jahr gesichert:

  • Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment
  • Klimafreundlicher Neubau
  • Jung kauft Alt
  • Wohneigentum für Familien
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Und sind die Sorgen des Baugewerbes damit ausgeräumt? „Gut ist, dass die Bundesregierung beabsichtigt, die Förderprogramme über die vorläufige Haushaltsführung weiterzuführen“, sagt Pakleppa. Bis zum Haushalt 2025 werde das über die Zwölftel-Regelung – gemeint ist die Teilung des vorhandenen Budgets in 12 Scheiben – möglich gemacht.

Laut dem ZDB-Hauptgeschäftsführer birgt die Monatsteilung allerdings die Gefahr kurzfristiger Förderstopps und erneuter Verunsicherung am Markt. „Hier sind wir mit der Bundesregierung im Gespräch und erwarten Lösungsmöglichkeiten, damit diese Risiken minimiert werden“, betont er. Förderstopps wären für den ohnehin schon angeschlagenen Wohnungsbau, für Mieter und für die Bauunternehmen fatal.

Was das Baugewerbe von der künftigen Bundesregierung erwartet

Nach dem Ampel-Aus wird bereits über einen Termin für die Bundestagswahl im kommenden Jahr diskutiert. Voraussichtlich wird es der 23. Februar 2025 – darauf haben sich zumindest Union und SPD geeinigt.

Für ZDB-Hauptgeschäftsführer Pakleppa ist schon jetzt klar, was er von der nächsten Bundesregierung erwartet: Sie müsse die Prioritäten im Bundeshaushalt neu ordnen. Seiner Einschätzung nach brauche es in der Baupolitik „Klarheit, nachvollziehbare Anforderungen und verlässliche Förderbedingungen“. Zudem dürften hohe Ausstattungs- und Komfortstandards nicht mehr verpflichtend, sondern nur noch freiwillig sein. „Dann können auch wieder mehr Menschen ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen“, so Pakleppa.

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