Politik und Gesellschaft

Gebäudereinigung: Auch dritte Verhandlungsrunde ergebnislos

Bei den Tarifverhandlungen in der Gebäudereinigung haben die Arbeitgeber ein erstes Angebot vorgelegt – doch die Positionen liegen noch weit auseinander.

2 Min.25.10.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 15:14 Uhr)
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Tarifstreit im Gebäudereiniger-Handwerk: Der Bundesinnungsverband legen in der dritten Verhandlungsrunde ein Angebot vor.
Tarifstreit im Gebäudereiniger-Handwerk: Der Bundesinnungsverband legen in der dritten Verhandlungsrunde ein Angebot vor. xartproduction - stock.adobe.com
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Die Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk endeten auch in der dritten Verhandlungsrunde ohne Einigung. Das gaben der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) bekannt.

Gebäudereiniger-Handwerk: Das schlagen die Arbeitgeber vor

Die Forderungen der Arbeitnehmerseite liegen seit dem Frühjahr auf dem Tisch. Diese hatte der BIV  bislang als „maßlos“ bezeichnet und deshalb abgelehnt, ein Gegenangebot zu unterbreiten. Der Bundesinnungsverband hat nun erstmals einen Tarifvorschlag gemacht. Der sieht für die Lohngruppe 1 Folgendes vor:

  • 2025 sollen die Löhne um 3,7 Prozent auf 14 Euro steigen.
  • 2026 soll es dann eine weitere Lohnerhöhung um 2,5 Prozent auf 14,35 Euro geben.

Die gleichen prozentualen Steigerungen schlägt der BIV auch für die Lohngruppe der Glasreiniger vor. Für 2025 bedeutet das, dass die Löhne für diese Beschäftigten auf 17,32 Euro angehoben werden sollen und 2026 dann auf 17,75 Euro.

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Der Bundesinnungsverband weist darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft „tief in der Krise“ steckt. Wenn die Wirtschaft stagniere, habe das auch Folgen für das dienstleistungsnahe Gebäudereiniger-Handwerk. „Wir haben der IG Bau einen Tarifkompromiss unterbreitet, der zum einen sachorientiert und entgegenkommend ist, und auf der anderen Seite die äußerst schwierige wirtschaftliche Realität abbildet“, erklärt Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Tarifkommission.

So reagiert die IG Bau auf den Arbeitgeber-Vorschlag

Die Gewerkschaft kritisiert den Vorschlag der Arbeitgeber als „realitätsfern und respektlos“. „Dieses Angebot gleicht die zurückliegenden Preissteigerungen bei den Lebensmitteln, der Miete, den Lebenshaltungskosten und anderem mehr in keiner Weise aus“, sagt Ulrike Laux aus dem Bundesvorstand der IG Bau. „Das ist mit uns nicht machbar.“ Die Gewerkschaft hält an ihrer bisherigen Tarifforderung fest und verlangt für alle Lohngruppen drei Euro mehr pro Stunde – in der Lohngruppe 1 wäre das ein Stundenlohn von 16,50 Euro.

Auch das von der IG Bau geforderte 13. Monatseinkommen für Gewerkschaftsmitglieder habe der BIV abgelehnt, moniert Laux. Sie könne „einfach nicht verstehen, warum die Arbeitgeber hier so hartnäckig sind“. Schließlich sei ein 13. Monatsgehalt „in vielen anderen Berufen durchaus üblich“.

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