Justitia ohne Mutterschutz: Selbstständige enthüllen Skulptur
Kein Mutterschutz für Selbstständige: Mit einer Aktion vor dem Bundestag zeigen Unternehmerinnen und Handwerkerinnen, was das für Frauen bedeutet. Sie fordern sechs Punkte.
Mutterschutz für Selbstständige – kommt er jetzt? Diese Frage stellen sich Unternehmerinnen wie die Tischlermeisterin Johanna Röh. Gemeinsam mit dem Verein „ Mutterschutz für Alle! “ hat die Handwerkerin im Oktober eine Aktionswoche organisiert, um auf die Absicherungslücke aufmerksam zu machen. In Deutschland haben selbstständige Frauen bislang keinen Anspruch auf Mutterschutz. Laut Koalitionsvertrag will die neue Bundesregierung das Thema in dieser Legislaturperiode angehen und „einen Mutterschutz für Selbstständige analog zu den Mutterschutzfristen für Beschäftigte einführen“. Doch konkrete Pläne für die Umsetzung gibt es bislang nicht, kritisiert die Initiative um Tischlermeisterin Johanna Röh.
Skulptur zeigt Mehrfachbelastung
Um zu zeigen, was der fehlende Mutterschutz für Selbstständige bedeutet, haben die Frauen bei einer Presseaktion eine Skulptur vor dem Bundestag aufgestellt. Entworfen wurde sie von der Modedesignerin Stefanie Gornicki und sie besteht aus einer umkonstruierten Schaufensterpuppe, die sechs Arme hat. In jedem Arm hält die schwangere Frau etwas anderes – darunter sind unter anderem ein Baby, ein Fläschchen und ein Tablet. Tischlermeisterin Röh zufolge soll das die Mehrfachbelastung darstellen, die selbstständige Mütter wegen der bestehenden Absicherungslücke derzeit stemmen müssen.
Forderungspapier: Diese 6 Forderungen haben die Frauen
Im Rahmen der Aktionswoche hat das Bündnis Mutterschutz für Selbstständige ein Forderungspapier mit sechs Lösungsansätzen vorgestellt. Die Frauen fordern:
Was würde dem Handwerk der Mutterschutz für Selbstständige bringen? „Wir hätten endlich gleiche Perspektiven“, sagt Röh. Aktuell sei es ein großer Unterschied, ob Frauen als Angestellte oder Selbstständige im Handwerk arbeiten. Die Meisterin fordert: „Wenn wir aber als Gesellschaft Frauen im Handwerk haben wollen, weil wir Fachkräfte benötigen, dann müssen wir sicherstellen, dass auch die Perspektiven für Frauen da sind.
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