Einfacher Bauen

Landesbauordnung: Ist Niedersachsen ein gutes Vorbild?

Um das Bauen einfacher zu machen, hat Niedersachsen seine Bauordnung novelliert – dafür erhält das Land aktuell viel Lob. Was sagen Handwerker zu den neuen Regeln?

2 Min.02.10.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 11:31 Uhr)
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Einfachere Regeln beim Bauen sollen Bauvorhaben beschleunigen – nicht nur in Niedersachsen.
Einfachere Regeln beim Bauen sollen Bauvorhaben beschleunigen – nicht nur in Niedersachsen. Calado - stock.adobe.com
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Auf einen Blick

Die Landesbauordnung in Niedersachsen gilt auch bundesweit als positives Beispiel für vereinfachte Regeln beim Bauen.

Einige Regeln wurden entbürokratisiert und erleichtern Betrieben die Arbeit und bringen Bauvorhaben schneller voran.

Änderungen gibt es beispielsweise bei den Parkplatzpflichten, beim Bauen im Bestand sowie bei  Grenzabständen und Fluchtwegen. 

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Niedersachsen hat zum 1. Juli 2024 die Landesbauordnung novelliert. Seither wird das Bundesland oft als Positivbeispiel genannt, wenn es um einfachere Regeln für das Bauen geht. „Niedersachsen hat eine echte Blaupause für andere Länder vorgelegt“, sagt Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) zu den Neuerungen. Laut dem ZDB-Hauptgeschäftsführer sind Landesbauordnungen „das schärfste Schwert, um das Bauen zu vereinfachen“. Doch welche neuen Regeln gelten in Niedersachsen seit dem Sommer und wie bewertet das Bauhandwerk die novellierte Landesbauordnung?

Novellierte Landesbauordnung: Das sagt das Bauhandwerk in Niedersachsen

Gerrit Terfehr

„Das ist eine gute Entwicklung“, findet Gerrit Terfehr von der Günter Terfehr Bautechniker GmbH & Co. KG im niedersächsischen Rhede. Der Geschäftsführer ist davon überzeugt, dass die neuen Regeln ein höheres Bauvolumen in Niedersachsen ermöglichen. Allerdings findet er, dass es für ein erstes Zwischenfazit noch zu früh ist: „Die neue Landesbauordnung ist erst seit wenigen Wochen in Kraft, sie jetzt von allen Beteiligten richtig umgesetzt werden.“

Ähnlich sieht es Michael Driesner vom Baugewerbe-Verband Niedersachsen (BVN): „Wir sind sehr zufrieden mit dem Beschluss.“ Für den Abteilungsleiter Technik stellt die Novelle einen Paradigmenwechsel dar: „Das Land hat die Bauordnung an einigen Stellen deutlich entbürokratisiert.“ Das ermögliche es den Betrieben, schneller und auch günstiger zu bauen. Der Umfang des vom Wirtschaftsministeriums Niedersachsen veröffentlichen FAQ-Katalogs zeige aber auch zum Teil kritische Diskussionen über die Inhalte der Novelle.

Landesbauordnung: Die wichtigsten Neuerungen in Niedersachsen

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Positiv sieht Driesner vor allem diese 5 Neuerungen:

Sachsen-Anhalt: Welche Änderungen sich das Bauhandwerk wünschen würde

Diese Neuerungen in Niedersachsen kennt auch der Baugewerbe-Verband Sachsen-Anhalt. Präsident Peter Nitschke sieht die novellierte Landesbauordnung im Nachbarbundesland als Positivbeispiel – insbesondere was Grenzabstände, Autostellplätze und die Möglichkeiten im Dachgeschossausbau angeht.

Das Land Sachsen-Anhalt stellt gerade seine Landesbauordnung auf den Prüfstand. Der Baugewerbe-Verband befindet sich dazu im Dialog mit dem zuständigen Infrastrukturministerium (MID) und hat auch schon Verbesserungsvorschläge eingereicht. Wann Bauhandwerker in Sachsen-Anhalt mit einfacheren Regeln rechnen können, steht noch nicht fest. Laut MID ist der Gesetzgebungsprozess für 2025 avisiert. Klar ist indes, in welche Richtung die Änderungen gehen dürften: „Um den Wohnungsbau zu unterstützen und das Umbauen zu erleichtern, sollen die Hürden für Ausbauten von Dachgeschossen oder Umnutzungen zu Wohnzwecken abgebaut werden“, teilt das Ministerium auf Anfrage mit. Zudem solle auch der Gebäudetyp E künftig gesetzlich verankert werden.

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