Mutterschutz für Selbstständige: Was würde das kosten?
Mutterschaftsleistungen für Selbstständige per Umlage finanzieren? Neue Studie zeigt: 5,30 Euro im Monat von jedem Selbstständigen sind ausreichend.
Schwangere Selbstständige haben bislang keinen Anspruch auf Mutterschutzleistungen nach dem Mutterschutzgesetz – das kritisieren viele Handwerksunternehmerinnen, wie zum Beispiel die Tischlermeisterin Johanna Röh . Um den Einkommensausfall während des Mutterschutzes abzupuffern, bleibt selbstständigen Frauen derzeit nur eine freiwillige Vorsorge über die gesetzliche oder private Krankenversicherung.
Doch laut dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) entscheidet sich nur etwa die Hälfte der selbstständigen Frauen im gebärfähigen Alter für eine solche freiwillige Absicherung. Im Rahmen einer Studie hat das Institut jetzt ermittelt, was eine umlagefinanzierte Absicherung kosten würde. Ergebnis: Auf die aktuell 3,6 Millionen Selbstständigen käme ein monatlicher Beitrag von maximal 5,30 Euro zu. Orientiere man die Umlage an der Höhe der Gewinneinkünfte, läge ihr Satz bei 0,13 Prozent. Dies reiche aus, um den werdenden selbstständig erwerbstätigen Müttern während der Mutterschutzfristen das Bruttoerwerbseinkommen zu ersetzen.
„Eine Umlagefinanzierung des Verdienstausfalls während der Mutterschutzfristen stellt eine solidarische Lösung dar, die niemanden überfordert und vor allem den Wettbewerb zwischen den selbstständig erwerbstätigen Frauen und Männern nicht verzerrt“, sagt die stellvertretende IfM-Geschäftsführerin Rosemarie Kay. Sie weist allerdings darauf hin, dass die Situation für viele selbstständige Frauen rund um die Geburt ihres Kindes schwierig bleiben wird. Das liege daran, dass Betriebskosten weiterlaufen und Kunden verloren gehen könnten.
Die vollständige Studie finden Sie hier auf der Website des IfM .
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