Risikobarometer: Was sind die größten Risikofaktoren für Selbstständige?
Die Risikoeinschätzung von Gefahren ist in kleinen Unternehmen enorm gestiegen. Neben Umsatz- und Krankheitsausfällen macht ihnen vor allem eine Sache zu schaffen.
Auf einen Blick
Welche Sorgen und Risiken treiben Selbstständige in diesem Jahr um? Diese Frage hat sich der Versicherungsmonitor gemeinsam mit der Signal Iduna gestellt. Sie haben das Umfrageinstitut infas quo mit einer Studie beauftragt. Das Ergebnis: Besonders die steigenden Kosten und das dadurch sinkende Kaufverhalten machen den Unternehmern zu schaffen. Aber auch die wirtschaftliche und politische Unsicherheit steigert das Bewusstsein, dass Selbstständige hohe Risiken eingehen, ergibt die Umfrage.
Das „Risikobarometer Selbstständige“ hat nicht nur die Frage nach den Risiken für Unternehmen untersucht, sondern auch abgefragt, gegen welche Risiken sich Unternehmer bereits abgesichert haben. Dazu wurden über 600 Selbstständige mit und ohne Mitarbeitende befragt. Einige Ergebnisse zusammengefasst:
Unternehmer sehen erhöhte Risiken
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewerten Unternehmer die Risiken offenbar anders, als in besseren Zeiten. Auf die Frage „Wie hoch ist nach Ihrer Einschätzung heute das Risiko, dass Ihr Unternehmen in den nächsten 12 Monaten in existenzielle Gefahr gerät?“ antworteten 22 Prozent mit „hoch“ oder „sehr hoch“. Das sei ein Anstieg von sieben Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Als Top 10 der größten Risiken für ihre Unternehmen gaben die Befragten an:
Risiko-Absicherung: Auf welche Versicherungen setzen Selbstständige?
Gegen welche betrieblichen Risiken haben sich Selbstständige abgesichert? Die am häufigsten abgeschlossene Versicherungen sind laut der Umfrage die Betriebshaftpflichtversicherung , gefolgt von der Sach- und Inhaltsversicherung sowie der Elektronik- und Maschinenversicherung.
Fragt man genauer nach, gegen welche Risiken sich Selbstständige versichert haben, sind es mit 32 Prozent Cyber- und Datenrisiken , 7 Prozent mehr Unternehmer haben diese Absicherung gegenüber 2024 abgeschlossen. Nach Einschätzung von infas quo sei diese Zahl überraschend gering. Immerhin habe knapp ein Drittel der Befragten vor, sich in diesem Bereich weiter abzusichern.
Das sei dringend nötig, denn 17 Prozent der befragten Selbstständigen sind laut der Studie schon einmal Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das entspricht einem Anstieg von 3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Sorgen über einen Cyberangriff macht sich knapp ein Viertel der Befragten. Auch der Wert stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozentpunkte.
Alarmsignal: Bürokratischer Aufwand beträgt einen Tag pro Woche
In 2024 ist die Zeit für die Erledigung bürokratischer Aufwand bei den Befragten um 9 Stunden gestiegen – das ist mehr als einen Tag pro Woche. In größeren Unternehmen sind 12 Stunden in der Woche, im Vorjahr waren es noch 10 Stunden.
Das Risikobarometer ergab auch, dass sich 62 Prozent der Unternehmen durch bürokratische Vorgaben eingeschränkt fühlen. Knapp ein Drittel fürchtet sogar, dass weitere bürokratische Regularien zu einer Existenzgefährdung führen könnten.
Wünsche an die neue Regierung: Weniger Bürokratie, weniger Kosten
Wie könnten Betriebe in Zukunft so unterstützt werden, dass sich Risiken und Gefahren für ihre Arbeit verringern? Mit Abstand der größte Wunsch ist mit knapp 60 Prozent der Abbau von Bürokratie. 36 Prozent der Befragten fordern niedrigere Energie- und Rohstoffkosten und je 23 Prozent eine bessere digitale Infrastruktur und eine Absicherung vor Risiken. Bessere Bedingungen bei Finanzierungen wünschen sich 22 Prozent der Umfrageteilnehmer.
Weitere Sorgentreiber: Ausfälle wegen Unfall oder Krankheit
Was genau könnte Unternehmen 2025 in Gefahr bringen? Die bedeutendsten fünf Risiko-Ereignisse sind der Studie zufolge:
- Krankheit oder Unfall mit Ausfallzeiten (42 Prozent)
- Ausfall von IT-Systemen (30 Prozent)
- Zahlungsausfall bei Auftraggebern (29 Prozent)
- Schäden oder Verlust, wie zum Beispiel durch Einbruchdiebstahl oder Brand (28 Prozent)
- Cyber- und Datenrisiken (24 Prozent)
Vor allem im Vergleich zum Vorjahr sei die Angst vor den ersten vier Ereignissen besonders angestiegen, teilten die Herausgeber der Studie mit.
Aufgrund der großen Risikoeinschätzung sei es nicht nachzuvollziehen, warum sich nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Unternehmer auch gegen Krankheit oder Unfall abgesichert hat: Gut 40 Prozent der Befragten geben an, dass sie abgesichert sind. 33 Prozent haben es nicht vor und 26 Prozent planen, sich abzusichern.
Wer eine Absicherung plant, beschäftigt sich vor allem mit einer Unfall-, Krankentagegeld- oder einer Berufsunfähigkeitsversicherung, ergab die Umfrage.
Nutzung von KI-Verfahren nimmt zu, aber auch Vorbehalte
Verfahren, die von künstlicher Intelligenz (KI) gestützt werden, nutzen bereits 40 Prozent der Selbstständigen. Mit der steigenden Nutzung von KI wachse aber auch die Sorge, dass bestimmte Tätigkeiten durch KI überflüssig oder weniger wichtig werden könnten.
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