„Sie sind Anwalt? Fürs Handwerk hat’s nicht gereicht?“
Warum wird das Handwerk oft als Auffangbecken gesehen, während man zum Anwaltsjob aufschaut? Das fragt sich Kathrin Post-Isenberg. Sie möchte diese Sichtweise umdrehen.
Kathrin Post-Isenberg blickt voller Stolz auf das Handwerk. Sie wünscht sich, dass möglichst viele diesen Stolz nach außen tragen, sagt sie in unserer handwerk.com-Interviewreihe. Die ausgebildete Steinmetzmeisterin führte über neun Jahre hinweg einen Steinmetzbetrieb. Heute arbeitet sie als Speakerin, Workshopleiterin und Moderatorin.
Was macht Sie im Alltag glücklich?
Kathrin Post-Isenberg: Die Vielfalt. Den einen Tag bin ich mit administrativen Tätigkeiten beschäftigt, am anderen interagiere ich mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Workshop. An wieder anderen Tagen nehme ich eine Podcast-Folge auf oder schreibe an meiner Kolumne. Arbeiten, die sich ständig wiederholen, finde ich furchtbar.
Auf welche App könnten Sie in Ihrem Job nicht verzichten?
ChatGPT. Ich nutze die digitale Assistenz für Fragen aller Art – sei es als Formulierungshilfe oder Brainstorming-Partner.
Mit welchem Unternehmer würden Sie gerne für einen Tag die Rolle tauschen?
Lieber würde ich mitlaufen. Dann würde ich mit der Kölner Dombauhütte in den Türmen des Kölner Doms herumklettern und Skulpturen und Kreuzblumen restaurieren. Mich interessiert es, wie dort Aufträge vergeben werden, wie kreativ Leute dort mitarbeiten dürfen und wie traditionell das Handwerk noch ist.
Was ist der beste Ratschlag, den Sie bislang bekommen haben?
Die Dinge schnell abzugeben, die mir keinen Spaß machen. Das habe ich befolgt und das Ergebnis ist fantastisch. Die Laune steigt, weil man sich nicht mit etwas rumschlagen muss, wozu man keine Lust hat. Buchhaltung macht mich wahnsinnig. Also habe ich sie abgegeben und konzentriere mich auf das Kerngeschäft, mit maximalem Output.
Was ist Ihr Lieblingspodcast?
Ich will mich nicht auf einen beschränken. „Alles gesagt?“, den Podcast von Zeit online, kann ich empfehlen – kurzweilig mit viel Input. Aber auch „Bauimpulse“. Neben Fachpodcasts höre ich auch gerne „Mordlust“ oder das „Hazel Thomas Hörerlebnis“, Comedy zwischen Fremdscham und „Ja, sie hat recht.“
Was kommt bei Ihnen beim Betriebsgrillen auf den Grill?
Vegetarisch bis vegan. Zum Beispiel eine Gemüsepfanne mit Käse und Knoblauchbrot mit etlichen Dips. Da würden sich alle anschließen. Es würde keiner sagen: ‚Warum liegt da kein Fleisch auf dem Grill?‘.
Welcher Song darf auf Ihrer Baustellen-Playlist nicht fehlen?
Ich höre tatsächlich keine Musik während der Arbeit. Früher lief das Radio von morgens bis abends. Da ich jetzt aber viel mit Sprache arbeite, brauche ich die Hirnkapazität für meine Worte. Es läuft höchstens mal was Instrumentales.
Wenn Sie noch einen Beruf lernen sollten: Wofür würden Sie sich entscheiden?
Dachdeckerin. Diese Freiheit oben auf dem Dach ist, glaub‘ ich, unbeschreiblich. Zwar ist man Wind und Wetter ausgesetzt, aber man ist auch ganz oben mit dabei. Als wir von einem beauftragten Unternehmen das Dach haben machen lassen, war ich jeden Tag mit oben. Außerdem ist es ein Beruf mit Zukunft.
Sie gewinnen plötzlich eine Million Euro. Was machen Sie damit?
Ich würde viel spenden, vor allem an Organisationen, die sich mit Nachhaltigkeit und Tieren befassen. Ansonsten würde ich meine Familie für drei Wochen in einen Strandurlaub entführen und Shoppen gehen. Dann müsste mir aber jemand die Taschen tragen.
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