So viele Verstöße hat der Zoll aufgedeckt
Der Zoll hat bundesweit Friseursalons und Kosmetikstudios unter die Lupe genommen. Warum haben die Beamten das gemacht und was ist das Ergebnis?
Eine Woche lang wurden bundesweit 334 Friseursalons, Barbershops und Kosmetikstudios inspiziert. Dabei waren 30 Hauptzollämter mit mehr als 1.300 Einsatzkräften im Einsatz. Wie der Zoll mitteilt , haben die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) vor allem geprüft, ob die Betriebe ihre sozialversicherungsrechtlichen Pflichten und die Vorgaben des Mindestlohngesetzes einhalten. Bei Arbeitnehmern wurde auf den unrechtmäßigen Bezug von Sozialleistungen sowie die illegale Beschäftigung von Ausländern geprüft.
Der Zoll habe die Friseur- und Kosmetikbranche „bewusst in den Fokus genommen, um weitreichende Erkenntnisse – insbesondere in den Bereichen Barbershops und Nagelstudios – zu gewinnen“, so die Behörde. Die gesamte Branche sei nach wie vor besonders häufig von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung betroffen.
Und wie viele Verstöße deckte die FKS bei der Schwerpunktkontrolle im April 2025 auf? Bereits vor Ort seien 194 Strafverfahren eingeleitet worden – davon mehr als 20 Verfahren wegen Nichtzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen und 135 Fälle wegen Aufenthalt ohne Aufenthaltstitel. Darüber hinaus müssten noch mehr als 730 Fälle auf weitere mögliche Verstöße überprüft werden. Zum Beispiel habe es Hinweise auf die Nichtzahlung des Mindestlohns oder auf Sozialleistungsmissbrauch gegeben.
Schwarzarbeitsbekämpfung: Kommt Änderung für Friseurbetriebe?
Auf Friseurbetriebe könnten infolge des Koalitionsvertrages von Union und SPD bald Änderungen zukommen. Denn in dem Papier heißt es, dass „das Friseurgewerbe in den Katalog der Branchen im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz aufzunehmen ist“.
Bislang sind in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) unter anderem das Baugewerbe und die Gebäudereinigung genannt. Sollte auch das Friseurhandwerk in die Liste aufgenommen werden, würde für Mitarbeitende in Friseurbetrieben künftig eine Mitführungs- und Vorlagepflicht von Ausweispapieren gelten.
Holger Stein, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks , sieht in der Ankündigung von Schwarz-Rot einen „Meilenstein“. Das Friseurhandwerk kämpfe seit Jahren dafür, dass faire Betriebe vor illegaler Konkurrenz geschützt werden. „Jetzt hören wir endlich: Die Botschaft ist angekommen“, kommentiert Stein den Koalitionsvertrag.
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