Panorama

Tag des Bieres: Alkoholfrei auf der Überholspur

Die Überraschungszahl zum Internationalen Tag des Bieres: Das Alkoholfreie trendet! Dieser Brauer kann das bestätigen – und ist selbst Fan geworden.

3 Min.02.08.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 11:35 Uhr)
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Prost! Heute alkoholfrei. Biere mit stark reduziertem Alkoholgehalt liegen im Trend. Das kann auch Mashsee-Gründer Kolja Gigla bestätigen.
Prost! Heute alkoholfrei. Biere mit stark reduziertem Alkoholgehalt liegen im Trend. Das kann auch Mashsee-Gründer Kolja Gigla bestätigen. mhp - stock.adobe.com, Michael Wallmüller Fotografie
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Deutschland lebt gesünder. Die Zahl der Raucher sinkt kontinuierlich. Der Fleischkonsum ist seit Jahren rückläufig. Und auch vor dem Alkohol macht die Entwicklung nicht halt.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Produktion alkoholfreier Biere mehr als verdoppelt, meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tags des Bieres am 2. August. Gut 550 Millionen Liter alkoholfreies Bier wurden demnach im letzten Jahr in Deutschland produziert. Per Definition gilt Bier mit einem Alkoholgehalt von weniger als 0,5 Prozent in Deutschland als alkoholfrei.

Weniger beliebt: Biermischgetränke

Die Biermischgetränke haben die alkoholfreien Biere inzwischen deutlich hinter sich gelassen. Seit 2021 wird stetig mehr alkoholfreies Bier als Biermischgetränke hergestellt. 2023 waren es fast 200 Millionen Liter mehr.

An der gesamten deutschen Bierproduktion haben die Alkoholfreien aktuell zwar erst einen Anteil von 7,5 Prozent, aber der Trend ist auf ihrer Seite: Denn während die Menge produzierten alkoholfreien Bieres wächst, geht die des alkoholhaltigen Brauerzeugnisses kontinuierlich zurück. Um 14 Prozent in den letzten zehn Jahren, meldet Destatis.

„Ich habe mich lange gesträubt“

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Da verwundert es nicht, dass auch mehr handwerkliche Bierbrauer den Trend bedienen – und dabei selbst zum Fan des alkoholfreien Genusses werden. So wie Diplom-Braumeister Kolja Gigla, Gründer der Hannoverschen  Mashsee Brauerei.

Zehn Jahre nach der Gründung seiner Craftbeer-Brauerei hat Gigla in diesem Jahr sein erstes alkoholfreies Bier auf den Markt gebracht. Die Sorte „Blaufrei“ ist nicht nur das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses, sondern auch einer persönlichen Weiterentwicklung. „Ich habe mich lange gegen alkoholfreie Biere gesträubt“, sagt Gigla. Hauptgrund: An bekannten alkoholfreien Bieren vermisste der Brauer die Vollmundigkeit. Die sei schwer zu erreichen, weil sie vor allem auch durch den Alkohol entstehe.

Als aussichtslos wollte der Unternehmer die Entwicklung eines vollmundigen alkoholfreien Bieres aber nicht abtun. Kolja Gigla experimentierte – und erlebte nach zwei Jahren Entwicklungszeit einen Durchbruch. „Ich war so begeistert und überzeugt vom Ergebnis, dass ich gar nicht anders konnte als die Vermarktung zu wagen“, erzählt er. Je nach Herstellungsmethode sei ein alkoholfreies Bier oft entweder süß und pappig oder schmecke zu sehr nach nichts. „Der Clou an unserem Rezept ist, dass das Bier eine Vollmundigkeit bietet, ohne den sehr süßen Geschmackseindruck zu hinterlassen“, sagt Gigla.

„Eine unserer stärksten Sorten“

Inzwischen ist das alkoholfreie Craftbeer der zwei Mitarbeiter starken Brauerei seit gut vier Monaten auf dem Markt – und sein Erfinder mehr als zufrieden: „Blaufrei hat sich zu einer unserer stärksten Sorten entwickelt.“ Das hat für Gigla auch mit der Einstellung seiner Käufer zu tun. „Die Leute fangen an ein gutes alkoholfreies Bier als etwas Eigenständiges zu sehen“, sagt der Unternehmer. Sie würden es nicht mehr als Ersatz empfinden für Momente, in denen man kein „richtiges“ Bier trinken darf. „Sie trinken es, weil sie Lust darauf haben.“

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