Politik und Gesellschaft

Tarifverhandlungen Bau 2024 vor möglicher Einigung

Nach langem Ringen und bundesweiten Streiks legen die Tarifparteien einen Einigungsvorschlag für die Tarifverhandlungen Bau 2024 vor. Er beinhaltet eine 3-stufige Lohn- und Gehaltserhöhung.

2 Min.29.05.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 15:14 Uhr)
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Alle einig? Die Tarifverhandlungen Bau 2024 stehen vor einem Abschluss.
Alle einig? Die Tarifverhandlungen Bau 2024 stehen vor einem Abschluss. Alexander Raths - stock.adobe.com
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Wichtiges Update: Die Tarifpartner haben sich am 14.06.2024 auf den neuen Tarifvertrag geeinigt. Sie finden die Details zum Beschluss im handwerk.com-Artikel  Tarifvertrag Bau 2024 beschlossen: Details zu den Erhöhungen .

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) haben einen neuen Tarifvorschlag mit einer Laufzeit von 36 Monaten erarbeitet. In den vergangenen Wochen kam es im Rahmen der Tarifverhandlungen Bau 2024 zu Streiks in Deutschland. Der Einigungsvorschlag sieht folgende Erhöhungen in 3 Stufen vor:

1. Stufe

  • Die Löhne und die Gehälter werden ab dem 1. Mai 2024 um 1,2 % im Westen und um 2,2 % im Osten angehoben. Ausgenommen ist die Lohngruppe 1.
  • Die Lohngruppe 1 soll bundeseinheitlich um 2,2 % erhöht werden.
  • Alle Lohn- und Gehaltsgruppen erhalten zusätzlich einen tabellenwirksamen Festbetrag von 230 Euro monatlich.

2. Stufe

  • Ab dem 1. April 2025 folgt eine weitere prozentuale Erhöhung um 4,2 % im Westen und um 5 % im Osten.
  • Für die 1. Lohngruppe ist eine bundeseinheitliche Anhebung in Höhe von 5 % vorgesehen.

3. Stufe

  • Zum 1. April 2026 steigen die Löhne und Gehälter nochmals um 3,9 % im Westen.
  • Die Löhne und Gehälter im Osten sollen dann auf das Niveau des Tarifgebietes West angehoben werden. Damit soll die Ost-West-Angleichung vollzogen werden.
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Ausbildungsgehälter

  • Die Vergütung für das 1. Ausbildungsjahr soll für alle Ausbildungsberufe bundeseinheitlich ab dem 1. Mai 2024 auf 1.080 € steigen.
  • Für die weiteren Ausbildungsjahre sind ebenfalls Erhöhungen vorgesehen.
  • Es soll zudem eine stärkere Annäherung der Ausbildungsvergütung der technisch-kaufmännischen Ausbildungen an die der gewerblichen Ausbildungen erfolgen.
  • Ab dem 1. April 2026 soll die Vergütung im Westen erneut um 3,9 % steigen. Auch soll eine Ost-West-Angleichung vollzogen werden.

Tarifverhandlungen Bau 2024 könnten zum Abschluss kommen

Uwe Nostitz, Vizepräsident ZDB und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, zeigt sich zufrieden mit dem Einigungsvorschlag: „Uns als Arbeitgeber war es besonders wichtig, dass unser Vorschlag zur Anhebung der Ausbildungsvergütungen jungen Menschen nun eine attraktive Perspektive bietet und es uns gelungen ist, die Ost-West-Angleichung schon früher als geplant zum 1. April 2026 zu vollziehen.“

Jutta Beeke, Vizepräsidentin HDB und alternierende Vorsitzende der gemeinsamen Verhandlungskommission kommentiert: „Den Streik nach dem abgelehnten Kompromiss des Schlichters mit einem zweiten Kompromiss zu beenden, war wichtig und richtig. Ich bin froh, dass wir in der ersten Stufe die Systematik etwas anpassen konnten, weil damit in den höheren Entgeltgruppen etwas mehr erreicht wird.“

Der Bundevorsitzende der IG Bau Robert Feiger wird den Gremien empfehlen, diesen Vorschlag anzunehmen. 

Die zuständigen Gremien haben bis zum 14. Juni 2024 Zeit, diesem Vorschlag zuzustimmen. Bis dahin werden die Arbeitskampfmaßnahmen der IG Bau ausgesetzt. (MSM/RED)

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