Panorama

Von feinen Menschen und kleinen Praktika im Handwerk

Sie wählten Selbstständigkeit statt Studium und haben einen Backstage-Ausweis fürs Handwerk. Die Fotografinnen Carina Tank und Elisabeth Glade erzählen Spannendes von Ihrem Beruf und von sich selbst.

4 Min.14.06.2024, 02:00 Uhr (Aktualisiert am 20.02.2026, 15:46 Uhr)
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Carina Tank und Elisabeth Glade von Ey Meister! im handwerk.com-Interview.
Carina Tank und Elisabeth Glade von Ey Meister! im handwerk.com-Interview. Ey Meister!
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Mit dem Abitur in der Tasche wollten Carina Tank und Elisabeth Glade eigentlich „etwas Vernünftiges“ machen und studieren. „Zum Glück war das nicht sonderlich erfüllend“, sagen die beiden heute. Der Wunsch, das Handwerk der Fotografie von der Pieke auf zu lernen, sei einfach größer gewesen. „Das hat sich letztlich als richtig  herausgestellt“, sagen Tank und Glade von Ey Meister!. Die Fotografinnen haben sich 2020 selbstständig gemacht und sich auf Werbefotografie für das Handwerk spezialisiert.

Was macht Euch im Arbeitsalltag glücklich?

Carina Tank und Elisabeth Glade: Wir haben den besten Backstage-Ausweis der Welt! Wann kommt man schon einmal hautnah mit einem Dachdecker aufs Dach, begleitet den Bäcker in der Backstube, schrubbt alle Linsen und Stative in der Reinraumschleuse, um mit ins Labor zu gelangen? Wir besuchen so viele unterschiedliche Gewerke und lernen so viele feine Menschen kennen. Da fällt man am Abend schon glücklich ins Bett, weil es an so einem Shooting-Tag so viel Neues und Spannendes zu entdecken gab.

Und im Nachgang ist es total genial, unsere Fotos im Einsatz zu sehen und zeigen zu können, wie facettenreich und spannend das Handwerk ist. Wenn unsere Kunden uns stolz ihre neue Homepage mit unseren Fotos zeigen oder berichten, dass sie mit unserer Unterstützung endlich Nachwuchs für’s Team über Social Media gefunden haben, macht das zufrieden, stolz und dankbar.

Auf welche App könnt Ihr im Betrieb nicht verzichten? 

In unserer digitalen Werkstatt dürfen Adobe Lightroom und Adobe Photoshop nicht fehlen. Und unser Büro kommt nicht ohne Lexoffice aus und unser Workflow für Planung, Team- und Kundenkommunikation nicht ohne Nextcloud.

Mit welchem Unternehmer würdet Ihr gerne für einen Tag die Rolle tauschen?

Weil unsere Arbeit so abwechslungsreich ist und sich anfühlt, wie kleine Praktika in vielen unterschiedlichen Gewerken, brauchen wir gar nicht zu tauschen! Wir lernen und sehen so viel, treffen bei jedem Einsatz herzliche und inspirierende Charaktere, werden Teil des Teams.

Vor allem der Zusammenhalt und der Teamgeist im Handwerk ist es, der jedes Mal positiv heraussticht. Der Einblick in verschiedene Arbeitsweisen, Unternehmensstrukturen, Zwischenmenschliches … ist ein echter Mehrwert.

Und wer sollte mit Euch mal einen Tag tauschen?

Jeder, der mal neue Perspektiven einnehmen und aus seinem routinierten Tagesablauf ausbrechen möchte. Neue Situationen sowie immer wieder kleine Mutproben, lassen unseren Alltag nie langweilig werden.

Was ist der beste Ratschlag, den Ihr bislang bekommen haben?

„Einfach machen!“

Was ist Euer Lieblingspodcast?

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Die haben zwar alle nichts mit Handwerk und auch nur untergeordnet mit Unternehmertum zu tun, aber mit zwischenmenschlichen Beziehungen – mit Menschen. Einfühlungsvermögen, Aufmerksamkeit und echtes Interesse, sind für authentische Fotos extrem wichtig. Daher hören wir zum Beispiel gerne „Betreutes Fühlen“ mit Leon und Atze, „Hotel Matze“ und „Alles gesagt“ von Zeit online.

Was kommt bei Euch beim Betriebsgrillen auf den Grill?

Ach, wir sind immer auf Achse, auf den Baustellen und in Werkstätten Deutschlands. Deshalb stehen wir gar nicht selbst am Grill. Unsere Kunden allerdings umsorgen uns mit Vegi-Burgern oder laden uns mit zum Frühstück oder Sommerfest ein. Auf ein Feierabendbierchen bleiben wir auch immer gern.

Welcher Song darf auf Eurer Baustellen-Playlist nicht fehlen?

Weil wir viel im Auto unterwegs sind, wäre es eher eine Roadtrip-Playlist. Da passt fast alles, wozu man ordentlich laut mitsingen kann oder schon mal entspannt die ersten Fotos auswählen.

Welches Buch sollte jeder Handwerksunternehmer lesen?

"Die 1% Methode" von James Clear. Das ist das letzte Buch, das wir gelesen haben und ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Wenn Ihr noch einen Beruf lernen solltet: Wofür würdet Ihr Euch entscheiden?

Nee, nee – es kann alles so bleiben! Wir linsen in so viele unterschiedliche Berufe rein und jeder ist für sich total spannend. Aber für uns gibt es nichts Schöneres, als die Fotografie. Daher bleibt wahrscheinlich nur noch Astronautin oder Rockstar. Trotzdem kann man sich nebenbei natürlich in vielen Themen weiterbilden, die der persönlichen Entwicklung dienen und auch im Arbeitsalltag super unterstützen.

Ihr gewinnt plötzlich eine Million Euro. Was machen Ihr damit?

Vermutlich dasselbe wie jetzt, nur noch etwas unbeschwerter.

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