Politik und Gesellschaft

Warum sich dieser Betrieb jetzt in die Neubausparte wagt

Im Sanierungsbereich ist dieser Betrieb etabliert. Jetzt wagt er den Schritt in den Wohnungsbau – obwohl diese Branche seit Monaten kriselt. Warum machen die Hildesheimer das?

3 Min.11.03.2025, 01:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 11:31 Uhr)
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Zwei Handwerker mit großen Plänen: Christoph Wilkending und Jannes Wulfes wollen gemeinsam in der Neubaubranche durchstarten.
Zwei Handwerker mit großen Plänen: Christoph Wilkending und Jannes Wulfes wollen gemeinsam in der Neubaubranche durchstarten. Baubetrieb Wolf
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Auf einen Blick

Christoph Wilkending und Jannes Wulfes planen trotz aktueller Branchenkrise den Einstieg in den Wohnungsneubau.

Die beiden Maurer- und Betonbaumeister sehen langfristig großes Potenzial in der Branche. Sie haben den Hildesheimer Baubetrieb digital gut aufgestellt und sehen sich deshalb für die Herausforderungen gut gerüstet.

Für 2025 haben Wilkending und Wulfes große Pläne. Was haben sie schon erreicht und was ist für dieses Jahr noch geplant?

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Aus der Baubranche gibt es aktuell wenig positive Nachrichten, das gilt insbesondere für den Wohnungsbau . Maurer- und Betonbaumeister Christoph Wilkending vom Hildesheimer Baubetrieb Wolf ist das bewusst. Trotzdem will der Unternehmer, der bislang ausschließlich im Sanierungsbereich aktiv war, 2025 neue Wege gehen – und auch im Neubaubereich durchstarten. Dafür hat sich der 50-Jährige mit Jannes Wulfes zusammengetan, der ebenfalls gelernter Maurer- und Betonbaumeister ist. Was treibt die beiden Handwerker an, sich gerade jetzt in die kriselnde Branche zu wagen und gemeinsam einen neuen Geschäftszweig aufzubauen? Sie haben 3 Argumente.

1. Leidenschaft für den Wohnungsneubau

Wilkending und Wulfes teilen eine Leidenschaft: „Ich brenne für den Neubau “, berichtet der 28-jährige Wulfes, der inzwischen mehr als zehn Jahre Erfahrung in diesem Bereich gesammelt hat. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, den Kunden nach Abschluss der Bauarbeiten das fertige Objekt zu übergeben und dabei in glückliche Gesichter zu schauen“, sagt der Meister, der aktuell noch als Technischer Leiter im Baubetrieb Wolf angestellt ist. Er soll bald neben Wilkending in die Geschäftsführung aufrücken.

Wilkending ist mit seinem Unternehmen zwar seit Jahren im Sanierungsbereich erfolgreich, doch auch er kommt ursprünglich aus dem Neubaubereich: „Das hat mir immer viel Spaß gemacht“, berichtet der Unternehmer. Gemeinsam mit seinem Kollegen will er nun in den Wohnungsbau zurückkehren. „Das Neubaugeschäft wollen wir zunächst über den bestehenden Betrieb abwickeln“, berichten die beiden. „Perspektivisch wollen wir dafür aber ein weiteres Unternehmen gründen.“ Das soll vom bestehenden Betrieb unabhängig sein, aber unter gleichem Namen geführt werden.

2. Wohnungsbau: „Eine Branche mit Potenzial“

„Der Neubau liegt aktuell am Boden“, wissen die beiden Meister. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen ist laut Statischem Bundesamt seit Monaten rückläufig. Auch bei den Fertigstellungen sieht es nicht gut aus: Das ifo-Institut prognostiziert für 2025, dass in Deutschland noch etwa 205.000 Wohnungen entstehen – also rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr.

Deshalb ist dem Geschäftsführer-Duo in spe bewusst, dass der neue Geschäftszweig mit Risiken verbunden ist. Trotzdem sind sie überzeugt, dass dafür jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um sich neben dem Sanierungsgeschäft ein weiteres Standbein aufzubauen: „Wohnraum ist knapp und wir brauchen in Deutschland mehr Wohnungen.“ Langfristig sehen die beiden viel Potenzial in der Branche und wollen sich gemeinsam in diesem Markt positionieren.

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3. Betrieb ist digital gut aufgestellt

Der Geschäftsführer vom bestehenden Baugeschäft Wolf sieht sich gut für die Herausforderungen in der Branche gerüstet. „Ich habe ein gutes, motiviertes Team um mich“, sagt er. Dazu gehört nicht nur Jannes Wulfes, sondern auch 32 Mitarbeitende – darunter 26 auf der Baustelle und 6 Angestellte im Büro. „Alle sind motiviert und wollen gemeinsam etwas bewegen“, ergänzt der Technische Leiter.

Doch das Team ist nicht das einzige, was die beiden Handwerker zuversichtlich stimmt: „Wir haben eine neue Software eingeführt und die Prozesse im Betrieb komplett digitalisiert.“ Das Bauunternehmen arbeitet nicht nur im Büro nahezu papierlos , sondern ist auch auf der Baustelle digital unterwegs: „Alle Handwerker sind mit einem Tablet ausgestattet und führen damit das Bautagebuch“, berichtet Wulfes. Das funktioniere auch per Spracheingabe und sei für die Mitarbeitenden deutlich einfacher als schriftliche Notizen. „Wir sparen dadurch viel Zeit ein“, sagt der Technische Leiter. Für den Betrieb hat diese Art der Dokumentation noch einen weiteren Vorteil: „Wir wissen auf jeder Baustelle tagesaktuell, wo wir stehen und merken sofort, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen“, ergänzt Wilkending. Dadurch sei es möglich, mit dem Kunden ins Gespräch zu gehen und eine Lösung zu finden.

Sanierung und Wohnungsbau: Was der Baubetrieb für 2025 plant

Der Baubetrieb Wolf will auch künftig im Sanierungsbereich aktiv sein. Die Planungen für die Gründung des zweiten Betriebs laufen auf vollen Touren. Einen konkreten Starttermin haben Wilkending und Wulfes noch nicht, denn das Jahr hat für die Hildesheimer schon gut angefangen: „Wir haben im Neubaubereich schon mehr neue Aufträge, als wir erwartet hätten. Außerdem haben wir schon 5 neue Mitarbeitende eingestellt.“

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