Wie erfolgreich war die „Rückvermeisterung“?
Fünf Jahre nach Wiedereinführung der Meisterpflicht 2020 gibt es erste Ergebnisse. Was hat die „Rückvermeisterung“ in den zwölf Gewerken gebracht?
Auf einen Blick
Die Bundesregierung hat 2019 eine Rückführung der Meisterpflicht in zwölf Handwerken beschlossen. Nach fünf Jahren wurde nun die erste Bilanz gezogen. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hat die Umsetzung des Vierten Gesetzes zur Änderung der Handwerksordnung und anderer handwerksrechtlicher Vorschriften (bekannt als 4. HwO-Novelle) evaluiert.
„Die wissenschaftliche fundierte Aus- und Bewertung des BWME bestätigt den Erfolg der Rückvermeisterung. Die Ziele der Rückführung der zwölf Handwerke in die Anlage A sind auch nach Einschätzung der Bundesregierung erfüllt“, betont der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Der Verband weist darauf hin, dass sich die Evaluierung auf die Analyse der Rückführung in die Anlage A konzentriert. Die ebenfalls im Rahmen der 4. HwO - Novelle vorgenommene Zuordnung von ehemals handwerksähnlichen Gewerben als zulassungsfreie B1-Handwerke finde lediglich marginale Erwähnung. Hier wäre ein deutliches Bekenntnis zur weiteren positiven Prüfung als Vollhandwerk wünschenswert gewesen, betont der ZDH.
Die Ergebnisse: Seit der Wiedereinführung der Meisterpflicht im Jahr 2020 Haben einige Gewerke ihre Ausbildungsverordnung modernisiert: Werkstein- und Terrazzoherstellerhandwerk 2021, Orgel- und Harmoniumbauerhandwerk 2020 sowie 2022, Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk 2022, Böttcherhandwerk 2025 und Raumausstatter -Handwerk 2025. Im Estrich- und im Parkettlegerhandwerk wurde bei der Modernisierung besonders auf Nachhaltigkeit , Ressourcenschutz und Digitalisierung geachtet.
Erstes Zwischenfazit der Verbände
Insgesamt ziehen die Branchen ein vorsichtig positives Fazit. Jedoch sehen sie einen längeren Zeitraum als notwendig für nachhaltige Ergebnisse. Erfreulich sei zudem der gestiegene Frauenanteil bei den bestandenen Meisterprüfungen in den „rückvermeisterten“ Gewerken. Dieser lag mit 19,2 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt (2023) im Handwerk.
Tipp: Sie interessieren sich für politische Entscheidungen, die das Handwerk betreffen? Mit dem Newsletter von handwerk.com bleiben Sie auf dem Laufenden. Jetzt anmelden!
-1-square.jpg&w=1080&q=75)



