Bilanz für 2024

Wohnungsbau: Zahl der Baugenehmigungen bricht weiter ein

Die Zahl der Baugenehmigungen ist 2024 auf den tiefsten Stand seit 2010 gesunken. Woran das liegt und was das Baugewerbe von der Politik fordert.

2 Min.18.02.2025, 01:00 Uhr (Aktualisiert am 10.02.2026, 11:35 Uhr)
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Der ZDB fordert „klare und verlässliche Rahmenbedingungen“, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln.
Der ZDB fordert „klare und verlässliche Rahmenbedingungen“, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Unkas Photo - stock.adobe.com
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Behörden haben 2024 insgesamt 215.900 Wohnungen in Deutschland genehmigt. Laut Statistischem Bundesamt bedeutet das einen Rückgang um 16,8 Prozent beziehungsweise 43.700 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr. Damit sei die Zahl der Baugenehmigungen nun zum dritten Jahr in Folge gesunken. Weniger neue Wohnungen – insgesamt 187.700 – wurden der Behörde zufolge zuletzt im Jahr 2010 genehmigt.

Laut Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), ist der Einbruch in den letzten zwei Jahren „eklatant“ und „steht in krassem Widerspruch zum tatsächlichen Bedarf an Wohnraum“. Zudem lasse er die Ziele Bundesregierung in weite Ferne rücken. Die Ampel-Regierung hatte 2022 angekündigt, mindestens 400.000 neue Wohnungen pro Jahr bauen zu wollen.

Rückgang der Baugenehmigungen: Woran liegt es?

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Der Rückgang bei den Baugenehmigungen ist Pakleppa zufolge nicht nur auf die Preis- und Zinssteigerungen infolge des Ukrainekriegs zurückzuführen. Auch politische Fehlentscheidungen hätten dazu beigetragen. „In der entscheidenden Phase zu Beginn der Legislaturperiode – als sich die Finanzierungskosten verdreifachten – wurde die Neubauförderung ausgesetzt“, sagt er. Und was darauf folgte, sei eine „unstete“ und „unzureichende Förderpolitik“ gewesen. Mit der Einführung von steuerlichen Anreizen wie der degressiven Abschreibung und der Sonder-AfA sind laut Pakleppa später zwar „Schritte in die richtige Richtung“ erfolgt. Sie seien jedoch „zu spät“ gekommen und „entfalteten ihre Wirkung nur im Mietwohnungsbau“.

Aus Sicht des ZDB-Geschäftsführers sind die Folgen dieser Politik gravierend: „Fehlende Baugenehmigungen von heute sind die fehlenden Wohnungen von morgen.“ Für 2025 rechnet das Baugewerbe noch mit der Fertigstellung von 225.000 bis 230.000 Wohneinheiten. Pakleppa befürchtet, dass „ohne einen entschlossenen Investitionsschub durch die nächste Bundesregierung“, 2026 ein weiterer Rückgang bei den Fertigstellungen droht. Er fordert „klare und verlässliche Rahmenbedingungen, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln und die Versorgungslücke zu schließen.

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