5 Tipps: So machen Sie Ihren Betrieb attraktiv für die Nachfolge
Wer die Übergabe des eigenen Betriebs plant, sollte ihn frühzeitig fit für die Zukunft machen. Fünf Tipps zu den wichtigsten Themen.
Auf einen Blick
Die Zahlen sprechen für sich: Nur etwa jeder siebte Betrieb findet zurzeit eine Nachfolge . Gründe für die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage gibt es laut Daniel Harms, Abteilungsleiter Betriebs- und Gründungsberatung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, viele.
Neben dem demographischen Wandel sei besonders die Risikobereitschaft , einen Betrieb zu übernehmen, gesunken. „Hinzu kommt die Prägung aus dem Elternhaus. Viele Eltern meinen, dass ihre Kinder besser studieren sollten und wissen nicht, wie gut im Handwerk verdient werden kann.“
Tipp 1: Bieten Sie eine transparente Kostenstruktur
Umso wichtiger sei es, dass der Inhaber das Interesse an einer Übernahme wecke. „Dazu gehört die Bilanz - was ist das Unternehmen wert, was erwirtschaftet es an Gewinn? Nachfolger interessieren sich in erster Linie für die Kostenstrukturen “, präzisiert Harms. Dazu zählen detaillierte Finanzberichte der vergangenen drei Geschäftsjahre sowie die daraus abzuleitenden betrieblichen Kennzahlen. Zu ihnen gehören Produktivität, Effizienz und Lagerbestände.
Für Nachfolger seien zudem Anlagevermögen , Umlaufvermögen und mögliche noch laufende Kredite interessante Bilanzfaktoren. Für die Übergabe seien fünf bis sieben Jahre Vorbereitungszeit realistisch, berichtet Harms.
Tipp 2: Investieren Sie in Mitarbeitende und in Infrastruktur
Um den eigenen Betrieb attraktiv für die Nachfolge zu gestalten, sind Investitionen sowohl in Mitarbeitende als auch in die Infrastruktur sinnvoll, weiß der Nachfolgeberater. Als ein Beispiel nennt er das Sanitär- und Heizungsgewerk. „Mitarbeiter, die sich im Bereich Wärmepumpen spezialisiert haben, machen den Betrieb interessanter für Übernehmer.“ Ebenso werte das Knowhow zum Thema Smart-Home ein Elektrotechnik-Unternehmen auf.
Bei kleinen Betrieben bleibe es oftmals bei branchenspezifischen Weiterbildungen . Grundsätzlich empfehlen sich, unabhängig von der Betriebsgröße, u. a. Schulungen im Bereich Digitalisierung. Dazu zählen neben IT- und Software auch der Bereich Digitales Marketing mit den Themen SEO und Social Media.
Bei Investitionen in die Infrastruktur rät Harms Betrieben zu einer Fokussierung auf moderne IT-Infrastruktur, Automatisierungslösungen, auf digitale Marketingstrategien und Online-Shops.Daneben seien umweltfreundliche Lösungen wichtig. Darüber hinaus sollte ein weiterer Schwerpunkt auf den Breitbandausbau und auf digitale Kommunikationsmittel liegen. Auch die Nutzungerneuerbarer Energien und energieeffizienter Maschinensei sinnvoll. „Nicht zuletzt spielen hier attraktive Arbeitsbedingungen für Fachkräfte eine Rolle.“
Tipp 3: Bringen Sie Digitalisierung und Datenschutz auf den neusten Stand
Harms betont dabei die Notwendigkeit für den übergebenden Betrieb, sich rechtzeitig mit neuen digitalen Technologien auseinanderzusetzen. „In den meisten Betrieben wird noch mit Papier und Stift gearbeitet - junge Nachfolger hingegen wollen digital unterwegs sein. Offenheit beim Thema Digitalisierung ist also geboten.“ Dazu gehörten eine moderne Branchensoftware sowie Datenschutz und IT-Sicherheit. „Hier stehen unsere Digitalisierungs- und Innovationsberater den Betrieben zur Seite und unterstützen sie auch, wenn es um Zuschüsse und Förderungen geht.“
Tipp 4: Beachten Sie Nachhaltigkeitsaspekte
Wie nachhaltig der Betrieb aufgestellt ist, spiele bei den jungen Nachfolgern ebenfalls eine immer größere Rolle. Dazu zählten nachhaltige Geschäftsmodelle und Umweltzertifikate, ein effizientes Ressourcenmanagement sowie umweltfreundliche Produktionsstandards. „Deshalb ist es ratsam, schon vorher Recyclingprogramme und Energiesparmaßnahmen im Betrieb einzuführen. Auch der Erwerb von Nachhaltigkeitszertifikaten dienen einer zusätzlichen Attraktivitätssteigerung“, betont Harms.

Tipp 5: Ermitteln Sie einen realistischen Kaufpreis
Am Ende sei der Kaufpreis entscheidend: „Er sollte dem Wert des Unternehmens entsprechen!“ Dieser sollte nach den Bewertungskriterien des AWH (Arbeitskreis der Wert ermittelnden Berater im Handwerk) ermittelt werden. Nicht zuletzt steigere ein guter Ruf des Unternehmens die Erfolgsaussichten auf eine geglückte Betriebsübergabe. „Und der sollte sich auch online abbilden“, so Daniel Harms.
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